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Der Norden 1000 neue Jobs für Langzeitarbeitslose
Nachrichten Der Norden 1000 neue Jobs für Langzeitarbeitslose
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20:39 24.07.2017
„Besser als öffentlich geförderte Arbeitslosigkeit“: Die neuen Jobs sollen keine Konkurrenz für private Unternehmen sein. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Hannover

20 Millionen Euro kostet das Modellprojekt. Das Geld fließt in zwei Programme: Zum einen soll damit eine Arbeitsplatzprämie finanziert werden. Das bedeutet, dass Arbeitgeber, die über das Programm einen Langzeitarbeitslosen einstellen, bis zu 7000 Euro pro Jahr bekommen.

Zum anderen soll das Geld in eine intensive Betreuung der Arbeitslosen und ihrer Familien fließen. Damit werden etwa Sprachprobleme, Qualifizierungsmängel, Betreuung von Angehörigen oder andere Probleme angegangen, sofern sie bislang einer Jobsuche entgegenstanden.

Über die Jobcenter können sich ab sofort Arbeitslose bewerben, die seit mehr als einem Jahr eine Stelle suchen, über 35 Jahre alt sind und außergewöhnlich große Schwierigkeiten bei der Jobsuche hatten.

Sie sollen dann vor allem in der Grünflächenpflege, der Pflege oder in einfachen Jobs in Wohlfahrtsverbänden unterkommen - bei öffentlichen oder gemeinnützigen Arbeitgebern, nicht bei regulären Unternehmen, wie Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies betont: „Wir wollen nicht Arbeit ersetzen, sondern wir wollen neue Arbeitsplätze generieren.“

Land betritt neues Terrain

Mit dem Modellprojekt betritt Niedersachsen neues Terrain. Bislang hat das Land beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf die Selbstheilungskräfte des Arbeitsmarkts gesetzt und in seinen Programmen darauf hingearbeitet, Problemfälle mit Qualifizierungen und anderen flankierenden Maßnahmen für ebenjenen Arbeitsmarkt fit zu machen. Jetzt schafft das Land erstmals selber Jobs.

Lies sieht dafür jetzt die Zeit gekommen, denn die Handwerker könnten sich derzeit vor Aufträgen nicht retten - eine Konkurrenz durch die neuen Stellen finde da nicht statt. Sozialministerin Cornelia Rundt betont den sozialen Aspekt: Erstmals werde den betroffenen Menschen die Chance gegeben, über Arbeit wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Wir helfen genau dort, wo Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt notwendig ist.“

Insgesamt gibt es in Niedersachsen mehr als 89 000 Langzeitarbeitslose. Lies und Rundt verstehen das Programm nicht als endgültige Lösung, sondern als Modellprojekt, mit dem der Druck auf den Bund erhöht werden soll, seinerseits einen öffentlich finanzierten Arbeitsmarkt zu schaffen. Billig sei das nicht, räumt Lies angesichts der Summe von 20 Millionen Euro ein. Aber „ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt ist besser als öffentlich geförderte Arbeitslosigkeit“.

Der Städte- und Gemeindebund schlug am Wochenende Alarm: Niedersachsen gehen die Landärzte aus. Es müsse, meint der Verband, einen Rechtsanspruch auf einen Arzt in jeder Kommune geben, vergleichbar dem Anspruch auf einen Kitaplatz.

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