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Der Norden Klagen über volle Notaufnahmen und wenig Pflege
Nachrichten Der Norden Klagen über volle Notaufnahmen und wenig Pflege
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00:15 26.08.2017
Von Gabriele Schulte
„Patienten haben das Gefühl, dass Ärzte und Pfleger zu wenig Zeit haben“: Patienten in der MHH.Foto: Eberstein Quelle: Jan Philipp Eberstein
Hannover

Die Anfragen an Peter Wüst sind vielfältig, doch ein Grundproblem kommt immer wieder vor: „Patienten haben das Gefühl, dass Ärzte und Pfleger zu wenig Zeit für sie haben.“ Das vermutete der Patientenschutzbeauftragte des Landes schon vor einem Jahr, als Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) ihn in das neu geschaffene Amt einführte. So habe es sich auch bestätigt, berichtet der 61-Jährige nun. Patientenbeschwerden über mangelndes Pflegepersonal standen demnach hinsichtlich der Krankenhäuser im Vordergrund, vor allem aber die Wartezeiten im Bereich der Notfallaufnahmen.

Oft ist Geduld gefragt

Anlass für die Stabsstelle war die Mordserie des 2015 in Oldenburg zu lebenslanger Haft verurteilten Krankenpflegers Niels H., der bis 2005 Krankenhauspatienten reihenweise ein Herzmedikament in Überdosis gespritzt hatte. Auch Klinikmitarbeiter können sich mit ihren Fragen und Hinweisen auf Missstände an Wüst wenden, der sich als „parteiisch für die Patienten“ sieht und auch für die Beratung der Patientenfürsprecher der einzelnen Kliniken zuständig ist.

Seit seinem Amtsantritt im August 2016 verzeichnet das Sozialministerium 280 zum Teil hochkomplexe Anfragen, die gründlich zu bewerten und zu beantworten waren. „Daneben gab es etliche telefonische Nachfragen, die zahlenmäßig nicht erfasst wurden“, sagt eine Sprecherin. Im Bereich der kassenärztlichen Versorgung gebe es Probleme bei Patienten, die unter mehreren Erkrankungen leiden, da hierdurch die Budgets der Praxen schnell ausgeschöpft werden. Teilweise sei es in solchen Fällen schwierig, einen Hausarzt zu finden. Darüber hinaus gibt es Kritik an Kassen in Bezug auf nicht gewährte Heil- und Hilfsmittel. Bei den Gesprächen ist oft Geduld gefragt: Manche Patienten, die seit Jahren im Clinch mit Ärzten und Kassen liegen, bringen dicke Aktenordner mit in Wüsts Büro.

Zuwachs ab Oktober

Ab Anfang Oktober wird dem Patientenbeauftragten neben der Sekretärin eine Sachbearbeiterin zur Seite stehen. Aus Sicht der Opposition ist die Bilanz nach einem Jahr „durchwachsen“, wie Max Matthiesen (CDU) sagt. „Patientenfürsprecher in Kliniken berichten, dass zugesagte Fortbildungen nicht stattfinden.“ Die neue Stelle habe aber auch Gutes bewirkt.

Doktor Wüst hilft

Peter Wüst, der erste Patientenschutzbeauftragte des Landes, ist Arzt. Als solcher war er zunächst 14 Jahre lang bei der Bundeswehr im Einsatz, unter anderem als Kommandeur eines Sanitätsbataillons. 1995 wechselte er zur Bezirksregierung Braunschweig, anschließend ins Sozialministerium nach Hannover. Dort arbeitete er zuletzt als Referatsleiter im Bereich Psychiatrie. Auch die vor einem Jahr geschaffene Position des Patientenschutzbeauftragen, die er seitdem ausfüllt, ist im Sozialministerium angesiedelt.

Erreichbarkeit: Telefonisch ist das Büro unter (0511) 1204090 ansprechbar, per E-Mail unter peter.wuest@ms.niedersachsen.de sowie per Post an Landespatientenschutzbeauftragter, Hannah-Arendt-Platz 2, 30159 Hannover.

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