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Der Norden Polizei will Einbrüche mit App vorhersehen
Nachrichten Der Norden Polizei will Einbrüche mit App vorhersehen
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16:46 05.12.2016
Christiana Berg (v.l.), Präsidentin Zentrale Polizeidirektion, Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Uwe Kolmey, Präsident Landeskriminalamt (LKA) präsentieren das Pilotprojekt, bei dem Streifenpolizisten auf mobilen Endgeräten die aktuelle Kriminalitätslage im Blick haben, um Einbrüche zu verhindern. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Es klingt nach Sciene Fiction, wird aber bald von Streifenbeamten der Polizeidirektion Braunschweig getestet: Mit einem neuen Computerprogramm will die Polizei drohende Einbrüche vorhersagen und verhindern. Wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag ankündigte, sollen die Umstände von Einbrüchen und die Gefahr von Wiederholungstaten im Umfeld genauer analysiert werden. Im Streifenwagen sollen Beamte mit mobilen Computern diese Daten sowie das Kriminalitätsgeschehen der letzten 24 Stunden in Problemgebieten abrufen können. Grundlage ist die weltweite Erfahrung, dass Einbrecher nach einer ersten Tat binnen 72 Stunden oft in einem Umkreis von 500 Metern erneut zuschlagen.

In den USA wurde Pistorius die dort erfolgreiche Technik vorgeführt, am Ende entwickelten das Landeskriminalamt (LKA) und die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen eine preiswertere, bessere Software. Ein Pilotprojekt damit soll im Februar in Wolfsburg und der Polizeiinspektion Salzgitter-Peine-Wolfenbüttel starten, kündigte LKA-Präsident Uwe Kolmey an.

Über eine flächendeckende Einführung soll nach einem halbjährigen Test entschieden werden. "Ich kann mir das gut vorstellen", sagte Pistorius. In dem Projekt getestet werden soll, inwieweit das sogenannte Predictive Policing funktioniert - also der Versuch, Ort und Zeit künftiger Taten möglichst exakt vorherzusagen.

Mit Hilfe der neuen App will die Polizei gezielter als bisher in Risikogebieten von Wohneinbrüchen Streife fahren. "Es geht darum, gezielter anzusetzen", sagte Pistorius. "Die vorhandene Polizei soll effektiver genutzt werden."

Zwar hätten Bayern und Baden-Württemberg eine ähnliche Technik entwickelt, diese lasse sich aber nicht mobil nutzen. Gut 100.000 Euro kostet das Pilotprojekt einschließlich 35 zusätzlicher Tabletcomputer für die Fahnder im Streifenwagen. Das ist auch billiger als eine Übernahme der US-Technik: Alleine die Lizenzgebühr dafür hätte bei 200.000 Euro oder mehr gelegen, meinte Pistorius. Ob die Zahl der Einbrüche wie von der Polizei in Santa Cruz versprochen um 30 Prozent sinke, könne er nicht sagen. "Aber einen bestimmten Effekt erwarten wir schon."

Grund für die Suche nach neuen Techniken zur Einbrecherbekämpfung ist die anhaltend hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen. 2016 rechnet das Innenministerium mit einer ähnlich hohen Zahl von Wohnungseinbrüchen wie im Vorjahr, wo es zu 16.575 Taten kam. In zunehmendem Maße sind osteuropäische Banden für die Einbrüche verantwortlich. "Wir müssen uns vielmehr auf Banden und reisende Täter konzentrieren", sagte der Minister.

Von 2011 bis 2015 stieg der Anteil ausländischer Tatverdächtiger in Niedersachsen von 20 auf über 30 Prozent. Die drei wichtigsten Herkunftsländer der Tatverdächtigen sind Albanien, Rumänien und Polen. Nur ein Zehntel der ertappten Rumänen etwa hat nach Angaben des LKA einen Wohnsitz in Niedersachsen – das heißt, die meisten sind reisende Täter.

Nicht nur die Einbrecher, sondern auch die Opfer will die Polizei künftig stärker in den Blick nehmen, wie Pistorius ankündigte. Nach einem Einbruch sollen Betroffene später erneut von der Polizei besucht werden. Ihre psychische Verfassung soll dokumentiert werden und bei einem Strafprozess Gewicht erhalten.

Denn für die Höhe der Strafe zählen nicht nur der Sachschaden, sondern auch die psychischen Folgen für die Opfer. Außerdem will die Polizei noch mehr Präventionstipps vor Ort geben.

dpa

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