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Der Norden Polizei ermittelt noch in 35 „Gruselclown“-Verfahren
Nachrichten Der Norden Polizei ermittelt noch in 35 „Gruselclown“-Verfahren
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19:00 27.12.2016
Kein Spaß: Im Herbst jagten „Horrorclowns“ vielen Menschen Angst ein. Quelle: Paul Zinken
Hannover

Bunte Kleidung, geschminkte und verzerrte Gesichter, dazu meist ein Baseballschläger - sogenannte Gruselclowns sorgten im Herbst auch in Niedersachsen für Aufregung und Schlagzeilen. Ebenso schnell, wie das Phänomen aus den USA herüberschwappte, verschwand es auch wieder - doch den niedersächsischen Behörden machen die „Horrorclowns“ immer noch Arbeit: Aktuell ermittelt die Polizei in 35 Verfahren im Zusammenhang mit „Gruselclowns“.

Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor. Demnach wurden in Niedersachsen zwischen dem 15. Oktober und dem 6. November insgesamt 278 „Gruselclown“-Vorfälle bei der Polizei gemeldet. Die allermeisten Meldungen wurden nicht weiter verfolgt, bei 46 Vorfällen registrierte die Polizei aber Straftaten. In der Mehrzahl sei es dabei um Bedrohungen, aber auch einfache und sogar gefährliche Körperverletzung gegangen. Nicht immer waren die Clowns dabei aber Tatverdächtige, manchmal waren sie auch das Opfer: In zwei Fällen wurden ihnen Masken gestohlen, ein „Clown“ wurde niedergeschlagen.

Tarnung für ein Verbrechen

Wenn „Gruselclowns“ aufgetaucht sind, dann ging es meistens darum, Menschen mit den Kostümen zu erschrecken oder einzuschüchtern. In mindestens einem Fall ist sich die Polizei aber sicher, dass die Clownsmaske zur Tarnung für ein Verbrechen diente: Am 8. November wurde einem 21-Jährigen von zwei Unbekannten die Geldbörse geraubt. Die beiden Täter setzten Pfefferspray ein und trugen bei dem Überfall Clownsmasken.

Außerdem muss sich die Polizei mit Falschmeldungen auseinandersetzen: Aktuell gibt es vier Ermittlungsverfahren wegen falscher Meldungen zu „Gruselclowns“. Zwei der Verfahren betreffen Videos, bei denen Clownattacken dargestellt werden, die es nicht gegeben hat. Das Vortäuschen einer Straftat ist ebenfalls strafbar.

Wer Opfer eines „Horrorclown“-Angriffs geworden ist, könnte nach Einschätzung der Landesregierung Anspruch auf Hilfe aus dem Opferentschädigungsgesetz haben und etwa psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen. Doch die Antwort ist rein hypothetisch, denn kein einziger Niedersachse hat sich nach einer Clownattacke bei einem psychiatrischen Krankenhaus oder einem Sozialpsychiatrischen Dienst gemeldet, schreibt die Landesregierung.

„Keine Selbstjustiz“

Die Aufregung um die „Gruselclowns“ ist zwar vorbei, auf Anfrage der CDU-Fraktion hat die Landesregierung aber noch ein paar Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn einem doch noch ein solcher begegnen sollte. Demnach solle man versuchen, dem Clown aus dem Weg zu gehen und ihn nicht zu provozieren. Wenn man verfolgt oder bedroht werde, solle man die Polizei rufen und Anzeige erstatten.

Wichtig sei auch, dass man andere um Hilfe bitte oder auch selbst bereit sei, anderen Beistand zu leisten. „Greifen Sie aber nicht zur Selbstjustiz und versuchen Sie nicht, den Clown zu stellen. Dies ist Aufgabe der Polizei“, mahnt die Landesregierung.

Zwei Tage vor Heiligabend gelang einem 26-jährigen Straftäter die Flucht aus dem Maßregelvollzug in Königslutter. Seitdem ist der Mann auf der Flucht, die Polizei Braunschweig sucht weiter nach dem suchtkranken Mann, der wegen Körperverletzung und Betrugs im Maßregelvollzug saß.

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