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Der Norden „Ruhe in Frieden, Tom“
Nachrichten Der Norden „Ruhe in Frieden, Tom“
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15:35 18.12.2014
Nach dem rätselhaften Tod des 17-Jährigen weitet die Polizei ihre Ermittlungen aus und will 2000 Menschen überprüfen. Quelle: dpa
Braunschweig

Was ist passiert? Diese Frage treibt die Frau mit den kurzen, rötlichen Haaren um. Tom, ihr 17-jähriger Sohn, starb Anfang November. Er war unter einer Brücke in Braunschweig angefahren worden. Sein Tod gibt der Polizei Rätsel auf. Wer ist der Unfallfahrer? Wie spielte sich das Unglück genau ab? Und warum lag der Junge mit nacktem Oberkörper auf der Straße, obwohl er bekleidet war, als der Unfall passierte.

"Die Unsicherheit, nicht zu wissen, was in seinen letzten Minuten passiert ist, ist halt total grausam", sagt die Mutter des verstorbenen Tom am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Sie hofft auf hilfreiche Hinweise von Zeugen. Wann ihren Jungen ein Auto erfasste, lässt sich hingegen recht genau sagen. "Unser Zeitfenster sind zur Zeit sieben Minuten", sagt Dirk Bosse von der Braunschweiger Polizei. Zeugen waren kurz vor oder nach dem Unfall unter der Brücke durchgefahren. Nur das Unglück selbst, das sich gegen vier Uhr morgens ereignete, sah offenbar niemand.

Der Junge sei von einem größeren Fahrzeug, beispielsweise einem Liefer- oder Lastwagen angefahren worden, sagt Bosse. Das hätten rechtsmedizinische Untersuchungen ergeben. Es gebe aber keine Hinweise, dass Tom absichtlich getötet wurde. Auch einen Selbstmord schließen die Ermittler aus. In der Nacht war Tom mit einem Klassenkameraden durch die Stadt gezogen. Der kann sich nach eigenen Angaben an das Ende des Abends aber nicht mehr richtig erinnern: Zu viel Alkohol.

Die Polizei hat in den vergangenen Wochen eine Menge Erkenntnisse gesammelt, bis zu 20 Beamte ermittelten gleichzeitig. Doch der Fall bleibt rätselhaft, eine heiße Spur zum Unfallfahrer gibt es nach Angaben der Polizei bislang nicht. Nun wollen die Beamten nachlegen: Sie weiten ihre Ermittlungen auf rund 2000 Menschen aus, die in der Nähe des Unglücksortes gewesen sein sollen. "Was uns dann sicher die nächsten Monate beschäftigen wird", sagt Bosse. Toms Mutter folgt den Ausführungen des Kommissars mit versteinerter Miene. Warum sie sich das antut? "Ich mache das für meinen Sohn". Zwei bis drei Mal täglich gehe sie an den Unfallort. Der war bislang hauptsächlich für seine Graffiti bekannt. Nun waren wieder Sprayer da: "Ruhe in Frieden, Tom."

dpa/ran

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