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Der Norden Schützenpräsident muss vier Jahre in Haft
Nachrichten Der Norden Schützenpräsident muss vier Jahre in Haft
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19:49 21.07.2017
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Roman von Alvensleben zu Beginn des Prozesses im Januar. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Im Schießsportverein Hameln 2000 gelangte man über Jahre hinweg schnell und unproblematisch an notwendige Papiere für großkalibrige Schusswaffen. Am Freitag wurde der Ehrenpräsident und Kassenwart der Hobby-Schützen wegen Bestechlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Zwischen 2013 und 2016 verkaufte der italienische Gastronom nach Überzeugung des Landgerichts Hannover in 37 Fällen Sachkundenachweise, die für den Erwerb einer behördlichen Waffenbesitzkarte notwendig sind. Der 60-Jährige, der bereits seit Mai 2016 wegen Fluchtgefahr im Gefängnis sitzt, hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Langwieriges Verfahren

Nach einem langwierigen Prozess und über 100 Zeugenvernehmungen sah es die Strafkammer jedoch als erwiesen an, dass der ehemalige Restaurantchef dutzendfach „Unrechtsvereinbarungen“ mit Interessenten an einer Schusswaffe abschloss, um daran zu verdienen. Pro Fall seien zwischen 690 und 1561 Euro geflossen, sagte der Vorsitzende Richter Volker Löhr. Viele Anwärter hätten jedoch gar kein Schießtraining absolviert und auch an keiner theoretischen Prüfung teilgenommen. In manchen Fällen seien Antworten vorher verraten worden.

Der ehemalige erste Vorsitzende des Schützenvereins – ein 53-jähriger Rechtsanwalt – erhielt wegen Beihilfe in 19 Fällen eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Der 39 Jahre alte frühere Vize-Chef wurde wegen 15-facher Beihilfe zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommen Geldstrafen.

Löhr bezeichnete den in Hameln bekannten Gastronomen als „Dreh- und Angelpunkt“ des Vereins. Er habe den Waffenanwärtern aus eigenem finanziellen Interesse eine „Rundumbetreuung“ angeboten, nachdem er sein nicht mehr so gut laufendes Restaurant verkauft hatte. Trotz des geringeren Einkommens habe er seinen Lebensstil mit eigener Wohnung und Ferrari fortführen wollen. In seinem Schlusswort hatte der Angeklagte unter Tränen über seinen miserablen Gesundheitszustand, den Tod seiner Ehefrau und seine zehnjährige Tochter berichtet.

Sein Anwalt Roman von Alvensleben kündigte an, dass er Revision einlegen werde. Anders als das Gericht sehen die Verteidiger die Führungsriege eines Schützenvereins nicht als Amtsträger. Deshalb könne man dem Trio auch nicht Bestechlichkeit vorwerfen, argumentieren die Rechtsanwälte der Verurteilten. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe für den 60-Jährigen plädiert.

Gegen die Profiteure der illegalen Geschäfte laufen gesonderte Verfahren wegen Bestechung. Zunächst wurde gegen über 100 Beschuldigte ermittelt.     

Von Christina Sticht

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