Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Sterbekasse der Feuerwehr geplündert
Nachrichten Der Norden Sterbekasse der Feuerwehr geplündert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 29.12.2016
Kommt ein Feuerwehrmann ums Leben, zahlt die Sterbekasse den Hinterbliebenen ein Sterbegeld. Quelle: Patrick Pleul
Northeim/Göttingen

Der 58-Jährige soll zwischen Ende Februar und Ende Oktober 50 000 Euro für sich vom Konto der Sterbekasse abgezweigt haben. Außerdem habe er weitere 150 000 Euro von einem Konto der Sterbekasse abgehoben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Diesen Betrag habe er einer anderen Person als Darlehen zukommen lassen. Bislang sei unklar, ob die betreffende Person gewusst habe, woher dieses Geld stammt. 110 000 Euro seien inzwischen zurückgezahlt worden.

Verdacht der Geldwäsche

Die Strafverfolgungsbehörden waren tätig geworden, nachdem ein Geldinstitut Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz erstattet hatte. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Transaktionen nach der diesjährigen Vertreterversammlung der Sterbekasse stattgefunden hätten, sagte Northeims Kreisbrandmeister Bernd Kühle. Man habe daraufhin alle Konten der Sterbekasse für den Geschäftsführer gesperrt. Außerdem habe man ihn von allen Feuerwehrtätigkeiten freigestellt und ihm Hausverbot für die Geschäftsräume des Kreisfeuerwehrverbandes erteilt.

Schon der zweite Fall

Es ist bereits der zweite Untreuefall bei den Feuerwehren in Südniedersachsen. Erst im April hatte das Landgericht Göttingen den früheren Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der 65-Jährige hatte zwischen 2011 und 2014 jedes Jahr etwa 20 000 Euro aus der Sterbekasse der Feuerwehren für eigene Zwecke abgezweigt. Doch der Schaden ist wohl größer. Viele Taten waren bereits verjährt. Insgesamt sollen auf den Osteroder Feuerwehrkonten 275 000 Euro fehlen.

Der Vorsitzende Richter hatte damals darauf hingewiesen, dass sowohl die Feuerwehren als auch die Aufsichtsbehörden eine gewisse Mitverantwortung trügen. Bei „halbwegs verlässlicher Kontrolle“ hätte auffallen müssen, dass jedes Jahr mehrere Tausend Euro in der Kasse fehlten. Weder bei den Kassenprüfungen der Feuerwehr noch bei den Überprüfungen durch den Landkreis Osterode hatte es jemals Beanstandungen gegeben.

Aufgedeckt hatte die Unregelmäßigkeiten das Finanzamt: Dort war aufgefallen, dass der Geschäftsführer Geld vom Konto des Kreisfeuerwehrverbandes für die Begleichung privater Steuerschulden verwendet hatte. Der 65-Jährige war seit den Neunzigerjahren mit der Kassenführung des Osteroder Verbandes betraut gewesen.

Der Geschäftsführer der Sterbekasse im Kreis Northeim hatte dieses Amt seit 16 Jahren inne. Bislang habe es keinerlei Beanstandungen bei den Kassenprüfungen gegeben, sagte Kreisbrandmeister Bernd Kühle. „Er war eine absolute Vertrauensperson.“ Die Kassenprüfung für das laufende Jahr sei im April 2017 vorgesehen.

Von Heidi Niemann

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt vor E-Mails, mit denen Betrüger die Empfänger erpressen wollen. In schlechtem Deutsch deuten sie an, brisante Informationen über den Empfänger zu haben und drohen, diese an die Sicherheitsbehörden und die Familie des Empfängers weiterzugeben.

29.12.2016

Eine heute 37-Jährige aus Hildesheim soll ihre minderjährige Tochter monatelang übers Internet an Männer verkauft haben. Jetzt muss sich die Frau wegen Zuhälterei verantworten. Auch der ehemalige Lebenspartner sitzt auf der Anklagebank. Er soll sich an dem Mädchen und einer weiteren Tochter der Frau vergangen haben.

29.12.2016

Grausiger Fund in Braunschweig: Die Leichen eines 18-jährigen Mannes und einer 25 Jahre alten Frau haben etwa zwei Wochen lang unentdeckt in einer Wohnung gelegen. Die Hintergründe des Todes sind noch unklar.

29.12.2016