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Der Norden Polizei-Großaufgebot verhindert Ausschreitungen
Nachrichten Der Norden Polizei-Großaufgebot verhindert Ausschreitungen
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20:31 27.03.2017
Verschärfte Kontrollen in Peine: Die Polizei riegelte nach dem Krawall Straßen ab und überprüfte etliche Personen. Quelle: Michael Lieb
Peine

Das wackelige Video zeigt junge Männer, die mit Stöcken in der Hand die Straße hinunter rennen. Immer wieder ertönt der muslimische Ruf „Allahu akbar“ („Gott ist groß“), dann verschwinden die Männer im Dunklen. Es kracht, Steine fliegen gegen ein Auto. Aufnahmen aus Peines Südstadt, wo es am Sonnabend gleich zweimal zu Massenprügeleien gekommen ist.

Auch am Sonntag drohten die Aggressionen wieder aufzuflammen, mit rund 100 Beamten, Straßensperren und Kontrollen verhinderte die Polizei aber einen erneuten Zusammenstoß. Doch die Aggression ist noch nicht gebannt - die Polizei sah die Lage auch Montag nicht als stabil an und zeigt weiter Präsenz. Was ist los in Peine?

Die Antwort darauf könne man derzeit noch nicht genau geben, meint ein Polizeisprecher: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Es sei derzeit noch völlig offen, was genau Ursache oder Anlass der Auseinandersetzungen gewesen sei. Auch sei nicht klar, ob es sich um rivalisierende Banden oder überhaupt feste Gruppen gehandelt habe.

Zum ersten Vorfall kam es am Sonnabendabend. Laut Polizeibericht haben sich acht bis zehn Jugendliche, die meisten aus Syrien, gegen 21.30 Uhr eine Schlägerei geliefert. Einer der Beteiligten wurde am Kopf verletzt und musste ins Krankenhaus, die anderen hatten sich aus dem Staub gemacht, als die Polizei eintraf. Offenbar ist es zum Streit zwischen den Syrern und den Mitgliedern einer in Peine ansässigen kurdisch-libanesischen Familie gekommen. Die Ursachen des Streits sind allerdings derzeit unklar. Polizeisprecher Peter Ratthai widerspricht im NDR der Vermutung, dass es eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Flüchtlingsgruppen gewesen sei.

Angriff auf Polizeiwagen

Doch mit der ersten Schlägerei endet die Geschichte nicht. Gegen 23 Uhr wird die Polizei wieder in die Peiner Südstadt gerufen. In der Nähe des Bahnhofs beschädigen zehn Jugendliche parkende Autos. Anwohner mit vorwiegend kurdischem und libanesischem Hintergrund werden mit Steinen beworfen und setzen sich zur Wehr. Daraufhin entwickelt sich eine Massenschlägerei, an der sich zwischenzeitlich zwischen 40 und 50 Personen beteiligten. Als der erste Streifenwagen eintraf, sei er ebenfalls mit Steinen beworfen worden, berichtet die Polizei.

Danach soll eine Gruppe von 25 bis 30 Anwohnern die Initiative ergriffen haben, um „das Recht in die eigenen Hände zu nehmen“, wie die Polizei schreibt. Dabei ist es mutmaßlich auch zu den im Video festgehaltenen Szenen gekommen. Als die Polizei einschreiten will, wird sie zunächst ignoriert. Als die Beamten dann deutlicher geworden seien, seien sie aggressiv angegangen worden, berichtet die Polizei, ohne Einzelheiten zu nennen.

Situation weiter angespannt

Am Sonntag entspannt sich die Situation nicht. Abends geht ein Anruf bei der Polizei ein, dass sich erneut Menschen in der Südstadt sammeln und eine weitere Schlägerei vorbereitet werde, diesmal auch mit Messern und Schlagwaffen. Die Polizei baut daraufhin Kontrollen auf, riegelt Straßen ab und überprüft Personen. Waffen werden dabei allerdings nicht gefunden.

Rund 100 Beamte waren im Einsatz, weit mehr, als sonst in Peine unterwegs sind. Mit Erfolg: Die Nacht bleibt ruhig.

Auch Montag ist die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft geblieben. Es werden verstärkt Kontrollen durchgeführt, Streifenwagen patrouillieren in der Gegend. Der Großeinsatz habe auch zum Schutz der Bevölkerung gedient, erklärt Peines Polizeisprecher Peter Rathai. Er betont in diesem Zusammenhang, dass die Südstadt generell nicht als ein Brennpunkt gilt. Obwohl dort viele Menschen unterschiedlicher Nationalitäten leben, seien die meisten an einem friedlichen Miteinander interessiert.

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