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Sturmtief „Burglind“ zieht erst am späten Abend ab

Zugausfälle Sturmtief „Burglind“ zieht erst am späten Abend ab

Sturmtief „Burglind“ ist am Mittwoch mit orkanartigen Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde über Niedersachsen hinweggefegt. An der Küste fielen Fährverbindungen aus, am Morgen stürzte ein Baum auf die Gleise zwischen Egestorf und Wennigsen. Auch am Nachmittag gibt es noch Behinderungen im Bahnverkehr.

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Sturmtief "Burglind" fegte  über Hannover hinweg.

Quelle: Rainer Droese

Hannover.   Orkanartige Böen sind am Mittwochmorgen mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde über den Westen Deutschlands gefegt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. „Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um“, sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten. 

Im Raum Hannover ist am Mittwochmorgen zwischen Egestorf und Wennigsen ein Baum auf die Gleise gestürzt. Es kam zu Behinderungen im S-Bahn-Verkehr der Linien S2 un S1. Züge zwischen Haste und Weetzen fielen mehrere Stunden aus. Zwischen Haste und Weetzen wurde ein Schienenersatzverkehr mit fünf Bussen eingerichtet.

Gegen 10 Uhr konnte die Strecke geräumt werden. Laut Bahn könne es aber weiter zu Ausfällen und Verspätungen kommen.

Grundsätzlich scheint der Raum Hannover jedoch nicht so stark betroffen zu sein, wie andere Teile Deutschlands. Doch auch hier ist noch bis zum späten Abend mit schweren Böen zu rechnen, bis „Burglind“ in Richtung Ostsee weiterzieht und sich dabei abschwächen.

Sturm bremst Inselfähren aus

Im Norden blies es an Niedersachsens Nordseeküste besonders heftig, Fähren fielen aus. So wurde in Cuxhaven die Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurückfliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel. Derzeit ist mit der „Funny Girl“ nur ein kleineres Schiff im Helgoland-Einsatz. Die größere Fähre „Helgoland“ war am Sonntag beim Anlegen beschädigt worden und liegt zur Reparatur in einer Werft.

Auch auf Wangerooge wurden Urlaubspläne durcheinander gewirbelt. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Verbindungen vom und zum Festland aus, einige Gäste reisten früher ab. Je eine Abfahrt wurde von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und umgekehrt gestrichen. „Die Urlauber wussten aber seit Dienstag Bescheid und haben sich darauf eingestellt“, sagte eine Touristik-Sprecherin. Einschränkungen gab es zudem mit den Fähren nach Langeoog und Norderney. In der Region Hannover stürzte ein Baum auf die Bahngleise, zwischen Weetzen und Haste verkehrten deshalb vorübergehend Busse.

Besonders betroffen: NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland

In Nordrhein-Westfalen kam es zu vielen Verkehrsbehinderungen. Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. Die Polizei in NRW bat Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

Für den Südwesten von Nordrhein-Westfalen, das westliche Rheinland-Pfalz und große Teile des Saarlandes hatte der Deutsche Wetterdienst für den Zeitraum zwischen 4.30 Uhr und 7 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Man sollte Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Das Ganze sollte laut Hausen „rasend schnell“ vorbeigehen. „Es gibt kurze, heftige Böen.“

Durch Windböen umgestürzte Bäume sorgen immer wieder für Beeinträchtigungen auf den Schienen. Die Deutsche Bahn beobachtet die Wetterlage genau, wie ein Sprecher in Frankfurt am Main am Dienstag sagte. Bundesweit stünden etwa an mehreren Standorten Reparaturtrupps und -fahrzeuge bereit, um Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen.

Kaltfront zieht in Richtung Osten

 Am Vormittag sollte die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiterziehen. Der Wind dürfte laut Hausen Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern erreichen. Die Unwettergefahr nehme im Laufe des Vormittags vom Westen aus ab, so der Meteorologe. 

Ganztägig wird im Alpenvorland in Höhenlagen ab 1500 Metern vor Orkanböen gewarnt. In Hochlagen im Harz und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge gilt das bis Donnerstagmorgen. 

Von dpa/ewo

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