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Der Norden Zahl der Tierversuche in Niedersachsen nimmt ab
Nachrichten Der Norden Zahl der Tierversuche in Niedersachsen nimmt ab
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13:33 14.01.2018
Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Tierversuche in Niedersachsen gesunken. Quelle: Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)
Hannover

 Gegen den Bundestrend ist die Zahl der genehmigten Tierversuche in Niedersachsen im Jahr 2016 zurückgegangen. Landesweit wurden 286.267 Tiere für wissenschaftliche Vorhaben verwendet, 52.480 weniger als ein Jahr zuvor, wie das Agrarministerium mitteilte. Tierversuchsrecht ist Bundessache: Niedersachsen muss alle Versuche genehmigen, die geltendem Recht entsprechen. In Deutschland stieg die Zahl der Tierversuche 2016 dagegen abermals an - insgesamt wurden diesen aktuellsten Zahlen zufolge 2,8 Millionen Tiere eingesetzt. 

Im Frühjahr hatte das niedersächsische Wissenschaftsministerium einen neuen Forschungsverbund vorgestellt, der Alternativen zu solchen Experimenten suchen soll. Er wird mit 4,5 Millionen Euro gefördert. Hintergrund war der Höchststand der Tierversuche 2015, ihre Zahl war landesweit im Vergleich zu 2014 um fast die Hälfte gestiegen. 

Im Jahr 2016 wurden in Niedersachsen dann wieder weniger Tiere eingesetzt: An erster Stelle standen knapp 232.000 Mäuse, gefolgt von fast 18.000 Ratten und gut 15.000 Haushühnern. Auch 360 Javaneraffen, etwa 60 Rhesusaffen und ein Pavian waren unter den Versuchstieren. Laut Agrarministerium können die Ursachen für den Rückgang der Zahl der Experimente vielfältig sein. Für 2017 liegen noch keine Daten vor. 

Nach Angaben der Organisation Ärzte gegen Tierversuche schwanken die Zahlen in allen Bundesländern von Jahr zu Jahr. „Auch für Niedersachsen kann demnach leider nur von einer Momentaufnahme, keinesfalls jedoch von einem positiven Trend gesprochen werden“, sagte der Geschäftsführer von Ärzte gegen Tierversuche, Claus Kronaus. 

Nach Recherchen des Vereins liegt Göttingen mit 218 in Fachartikeln genannten Tierversuchen bundesweit auf Platz 3, Hannover mit 185 Experimenten auf Platz 4. Diese Datenbank Tierversuche sei aber bei weitem nicht vollständig, heißt es. 

Mehr als die Hälfte der Tierversuche entfielen auf die Grundlagenforschung, kritisierte Kronaus. Die Allerwenigsten seien für den Menschen relevant. Dennoch würden Tierversuche mit Milliardenbeträgen aus den Kassen von Bund und Ländern künstlich am Leben gehalten, während auf die tierversuchsfreie Forschung ein maximal einstelliger Millionenbetrag entfalle. Die Gegner fordern ein Konzept zum Ausstieg aus Tierversuchen, wie es die Niederlande haben.

Von dpa/jos

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