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Der Norden Vogelgrippe ist so aggressiv wie noch nie
Nachrichten Der Norden Vogelgrippe ist so aggressiv wie noch nie
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22:00 29.12.2016
Inzwischen gilt in allen Landkreisen Niedersachsens eine strenge Stallpflicht, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern Quelle: dpa
Hannover

Das Virus sei in diesem Jahr aggressiver als in den Vorjahren, sagte der Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke. Auch Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) sieht keinen Grund für eine Entwarnung: „Es ist noch nicht vorbei. Wir kriegen es nicht ausgerottet. Aber wir müssen Großausbrüche verhindern.“ Am Donnerstag wurde ein weiterer Fall gemeldet: In einem Putenstall im Landkreis Oldenburg mussten 13 500 Tiere getötet werden, nachdem das H5-Virus dort nachgewiesen wurde. In Niedersachsen waren bislang sechs kommerzielle Geflügelhalter und ein Kleinstbetrieb betroffen. 178 000 Tiere mussten gekeult werden.

Inzwischen gilt in allen Landkreisen Niedersachsens eine strenge Stallpflicht, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern: Die Vögel dürfen nicht ins Freie, zudem müssen Betreiber ihre Kleidung und Schuhe vor Betreten des Stalls reinigen. Doch all diese Maßnahmen scheinen in diesem Jahr weniger zu fruchten als sonst. Bundesweit sind bereits 25 Betriebe und vier Zoos betroffen. „So viele Geflügelpestausbrüche in so kurzer Zeit hatten wir in Deutschland noch nicht“, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts. Im Unterschied zu dem Seuchenzug im Jahre 2006 gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass das aktuelle Virus H5N8 auf den Menschen überspringen könnte.

Wie gefährlich ist H5N8?

Das Vogelgrippe-Virus H5N8 ist ein für bestimmte Vogelarten hoch ansteckendes und sehr häufig zum Tode führendes Virus. Kommt es zu einem Ausbruch in einem Bestand, müssen alle Tiere getötet werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das ursprünglich aus Asien stammende Virus H5N8 ist in fast ganz Deutschland und in 15 weiteren europäischen Ländern aufgetreten und daher als kontinentübergreifende Seuche (Panzootie) eingestuft worden.

Es gebe vieles, was die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen erschwere, meint Meyer. Wind, Staub, Mäuse oder Futtertransporte seien mögliche Wege, über die das Virus H5N8 weiterverbreitet werde. Und nicht selten spiele auch der Faktor Mensch eine entscheidende Rolle: „Nicht immer ist das Personal gut ausgebildet, wenn etwa Werkvertragsarbeiter im Akkord Ställe säubern“, so Meyer. Mit Blick auf die Ursachen und die Übertragungswege der weltweiten Seuche sagte Meyer allerdings auch: „Ich vermute, es wird ein großes Rätsel bleiben.“

Helmut Dammann-Tamke, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, warf Meyer vor, die Landkreise mit der Krise alleinzulassen und keine landesweite Strategie zu haben. Dem widersprach der Präsident des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Eberhard Haunhorst. Die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden sei vorbildlich.

Ripke warnte, dass vielen Landwirten in Niedersachsen Ende Januar ein Millionenverlust drohe. Derzeit dürfen Eier von Freilandhennen, die eingesperrt werden müssen, noch als Freiland-Eier verkauft werden. Nach zwölf Wochen Stallpflicht fällt das aber weg, die Eier dürfen dann nur noch als Eier aus Bodenhaltung auf den Markt kommen. Meyer kündigte an, mit dem Bund über Ausnahmeregelungen zu sprechen.

Von Heiko Randermann und Christian Wöste

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