Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Atommeiler werden schärfer kontrolliert
Nachrichten Der Norden Atommeiler werden schärfer kontrolliert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 03.12.2014
Umweltminister Stefan Wenzel will die niedersächsischen Atomkraftwerke Grohnde und Lingen stärker kontrollieren. Quelle: dpa
Hameln

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat verstärkte Kontrollen technischer Komponenten der beiden alternden niedersächsischen Atomkraftwerke Grohnde und Lingen angekündigt. Nach den jüngsten Erfahrungen mit gebrochenen Federn an Drosselkörpern im Meiler Grohnde (Kreis Hameln-Pyrmont) müssten auch an anderen Stellen der Kraftwerke intensivere Prüfungen vorgenommen werden, sagte Wenzel am Mittwoch am Rand einer von seinem Ministerium einberufenen Fachkonferenz zur Sicherheit der niedersächsischen Atomkraftwerke. „Möglicherweise müssen auch Komponenten vorsorglich ausgetauscht werden, um Sicherheit in den letzten Jahren, die diese Anlagen noch laufen können, zu gewährleisten“, sagte Wenzel.

Hamelns Landrat Tjark Bartels hatte zuvor häufigere und strengere Kontrollen des Atomkraftwerks Grohnde gefordert. Es sei zu befürchten, dass angesichts der fortgeschrittenen Alters des 1984 ans Netz gegangenen Meilers weitere technische Fehler auftreten, sagte Bartels. Im Sommer waren ein Defekt an einem Generator und Schäden an Federn von Drosselkörpern entdeckt worden. Diese steuern den Wasserfluss zur Kühlung der Brennelemente. Das Kraftwerk war wegen der Reparaturarbeiten zwei Monate lang abgeschaltet.

„Die Federn in den Drosselkörpern waren offenbar schon längere Zeit gebrochen“, sagte Minister Wenzel. Dass dies bei der normalen Revision nicht erkannt wurde, sei Anlass für die Konferenz zum Thema „Altersmanagement bei Atomkraftwerken“ gewesen.

„In Grohnde hat ein Werkstoff versagt, der 30 Jahre lang im Einsatz war“, sagte Wenzel. Die Prüfintervalle in diesem Bereich des Reaktors seien inzwischen verdichtet worden. Möglicherweise gebe es aber auch in anderen Bereichen Werkstoffe, „die sich anders verhalten als vermutet“.

„Je älter ein Atomkraftwerk ist, desto häufiger sind Mangel- und Ausfallerscheinungen“, sagte Landrat Bartels. In älteren Anlagen gebe es Materialien, die unerwartet Alterserscheinungen zeigen. Bei den Federn der Drosselkörper habe niemand erwartet, dass sie brechen. „Sind sie aber“, sagte Bartels. „Bei einem hohen Anlagenalter ist es denkbar, dass es auch an anderer Stelle passiert. Und dann wird es auf einmal kritisch“. Er fordere deshalb mehr und strengere Überprüfungen.

Mehr zum Thema
Niedersachsen Stimmungsmache gegen Kraftwerke - Atommanager sehen sich am Pranger

Die Manager der Kernenergie sehen sich trotz des beschlossenen Ausstiegs aus der Atomkraft immer noch an den Pranger gestellt. „Wir erleben nach wie vor das Schüren von Angst aus politisch motivierten Zielen“, sagt der Technikchef von e.on-Kernkraft, Erwin Fischer im Gespräch mit der HAZ. 

Michael B. Berger 28.11.2014

Künftige Castortransporte sollen nicht mehr ins Zwischenlager Gorleben rollen, sondern zu Kraftwerken wie Grohnde oder Unterweser. Das hat die Politik so entschieden – doch jetzt geht der Stromkonzern e.on juristisch gegen die Folgen dieses Beschlusses vor.

Michael B. Berger 07.10.2014

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel gilt als besonders strenger Hüter der Atomaufsicht. Um die Frage, wie gut er eigentlich bei unerwarteten Ereignissen vom eigenen Haus informiert wurde, ging es am Montag bei einer Sitzung des Umweltausschusses des Landtages.

16.09.2014

In Sarstedt soll ein Maskierter ein 10-jähriges Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und in ein Gebüsch gezogen haben. Das Kind wehrte sich erfolgreich und entkam.

03.12.2014

Eine Frau aus Einbeck im Kreis Northeim hat in der Nacht zum Mittwoch ihr Bett aus Versehen mit einem Föhn in Brand gesetzt. Nachdem die Frau wegen der wohligen Wärme zunächst eingeschlafen war, wurde die sie wenig später wegen zu großer Hitze wieder wach.

03.12.2014

Blitzsaubere Bundesstraße: Im Landkreis Wolfenbüttel haben Unbekannte auf der B 6 zwischen Grasdorf und Wartjenstedt eine der ertragsstärksten Blitzanlagen Niedersachsens abgesägt. 

05.12.2014