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Herbststurm führt zu zahlreichen Zugausfällen

Sturmtief „Sebastian“ Herbststurm führt zu zahlreichen Zugausfällen

Sturmtief „Sebastian“ hat vor allem im Norden Niedersachsens und in Bremen Schäden angerichtet. Bäume und Gerüste stürzten um, in Bremen wurde mindestens ein Mensch verletzt. Durch Stumschäden kommt es zu Zugausfällen.

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Durch Stumschäden kommt es in Niedersachsen zu Zugausfällen.

Quelle: dpa

Schwere Sturm- und Orkanböen sind am Mittwoch über Niedersachsen und Bremen gezogen. Über der Nordsee wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erwartet. Besonders betroffen vom Sturmtief „Sebastian“ waren der nördliche Bereich Niedersachsens und Bremen. In der Küstenregion gab es gewaltige Böen, wie Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst sagte. Der Höhepunkt des Sturms wurde für den späten Nachmittag erwartet, die Unwetterwarnung für die Region galt zunächst bis 20 Uhr.

Zugausfälle in Niedersachsen

Derzeit (Stand 19.30 Uhr) sind einige Zugverbindungen durch Sturmschäden nicht oder nur eingeschränkt befahrbar: Bei der Eisenbahngesellschaft metronom ist der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen (RE4 und RB41)bis auf weiteres gesperrt. Laut metronom könnte es bis zum Donnerstagmorgen dauern, bis die Strecken wieder befahren werden. Das gilt auch für die  Strecke zwischen Hamburg, Stade und Cuxhaven. Der Einsatz von drei Bussen als Schienenersatzverkehr sei nur auf kleineren Teilstrecken möglich. Die Fahrzeiten im Bus würden laut metronom allerdings deutlich länger dauern. Zur Versorgung „gestrandeter“ Fahrgäste an kleinen Bahnhöfen habe metronom das Rote Kreuzbeauftragt.

Auf dem  Abschnitt Bremen-Rotenburg-Tostedt können Züge nur eingeschränkt in beiden Richtungen fahren. Zwischen Hamburg-Buchholz-Tostedt sei nach wie vor kein Zugverkehr möglich. Auf der Strecke Stade – Harburg wird versucht, einen Busnotverkehr einzurichten

Zwischen Hamburg und Uelzen ist die Strecke wieder befahrbar - es kann zu Verspätungen kommen. Die Strecke des RE5 zwischen Uelzen, Hannover und Göttingen ist hingegen ohne Einschränkungen befahrbar.

Auch die Deutsche Bahn meldet mehrere Streckenstörungen im Norden Niedersachsens:

Sturm zerbricht Bäume in der Wedemark

Der Sturm hat am Mittwoch einige Schäden in der Wedemark verursacht. So rückte die Feuerwehr Brelingen aus, um auf der Straße Auf dem Mühlenberg einen Baum zu fällen. Der heftige Wind hatte einen Teil der Krone abbrechen lassen. Die dicken Äste fielen auf die Fahrbahn.

Als erster großer Herbststurm des Jahres hat Orkantief „Sebastian“ den Norden und Nordwesten Deutschlands getroffen. In Hamburg gab es zwei Tote: In der Innenstadt wurde ein Mann von einem umgestürzten Baugerüst erschlagen. In Blankenese stürzte ein Rollstuhlfahrer in die Elbe. Hier hielt die Polizei auch einen Suizid für möglich. Auf dem Steinhuder Meer wurde ein Kitesurfer schwer verletzt, er erlitt einen offenen Oberschenkelbruch.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Mittwoch vor Orkanböen, die in einzelnen Fällen Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern erreichen könnten. Besonders heftig tobte „Sebastian“ in den küstennahen Regionen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie im Harz. Vielerorts stürzten Bäume um, mehrere Menschen wurden verletzt. Auf dem Brocken erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von knapp 150 Kilometern pro Stunde.

Wegen Sturmschäden auf allen Strecken schränkte die Bahngesellschaft Metronom den Zugverkehr stark ein. Im gesamten Netz sei es zu massiven Behinderungen und Zugausfällen gekommen, teilte das Unternehmen mit. Der Zugbetrieb auf den Strecken Hamburg–Stade–Cuxhaven und Hamburg–Bremen wurde komplett eingestellt. Auch die Nordwestbahn meldete Zugausfälle. Im Raum Hannover kam es zu Verspätungen, im Hauptbahnhof bildeten sich lange Schlangen am Infoschalter.

Auf der Nordseeinsel Föhr wurde eine Fußgängerin von einem Baum getroffen und schwer verletzt. In Kiel zerschlug ein Dachziegel das Glasdach eines Autos – der Fahrer hatte den Wagen kurz zuvor verlassen.
In Hannover knickte eine etwa 20 Meter hohe Kastanie an der Schulenburger Landstraße um – die Feuerwehr rückte zum Einsatz aus und zersägte sie. Stürzende Bäume gab es auch in Langenhagen, der Wedemark, Garbsen, Seelze und Rethmar.

In Ostfriesland verzeichneten die Feuerwehren weit mehr als 100  Einsätze in den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund. „Normalerweise erwischen uns die Stürme eher im Winter, wenn die Laubbäume keine Blätter mehr haben“, sagte Meteorologe Rober Scholz vom DWD. Für die Orkanböen böten die Bäume nun eine große Angriffsfläche.

Etliche Fährverbindungen zu den Ostfriesischen Inseln fielen aus. Auch Helgoland und die Halligen in Schleswig-Holstein waren per Schiff nicht mehr zu erreichen.

In Hamburg war der S- und U-Bahn-Verkehr zeitweise eingeschränkt. In Schleswig-Holstein musste die Rader Hochbrücke nach einem Unfall komplett gesperrt werden, der Sylt-Shuttle nahm keine Pkw mit Anhänger, Lkw und Campingwagen mehr mit. Auch für die Windenergie-Messe in Husum war der Sturm am Ende zu viel des Guten: Vier Leichtbau-Messehallen mussten geräumt werden.

lni/man/tm

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