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Der Norden Wie die IC-Züge das Schwanken verlernen
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13:48 17.12.2016
„Ängstliche Blicke der Reisenden“: Der Start des IC 2 war problematisch. Foto: dpa Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Bis Februar sollen nun alle Züge umgerüstet und das Wanken behoben sein.

Zwar war der neue Zug ausführlich getestet worden, ehe er an den Start ging. Da das Wanken aber nur auf 0,2 Prozent der Einsatzstrecke auftrete und dies nicht bei jeder Witterung, sei es schlicht nicht aufgefallen, erläutert DB-Produktmanager Mathias Semrau. „Als wir die ängstlichen Blicke mancher Reisenden sahen, war aber klar: Das muss man abstellen.“ Die Techniker begannen zu tüfteln. Eine leicht veränderte Lauffläche der Räder ist nun die Lösung. Bei sieben von 24 Zügen ist bereits ein neues Radprofil aufgedreht worden. Bis Ende 2017 soll die Federung der Züge außerdem neu eingestellt werden, um den Komfort zu erhöhen. Wie der Hersteller Bombardier mitteilte, wurden die Veränderungen an den Rädern zunächst mit Erfolg an zwei Zügen getestet. Ab Frühjahr 2017 werden bei den turnusgemäßen Werkstattstopps der Züge auch die Dämpfer der Federung angepasst. Zuvor war auf einem besonders betroffenen Abschnitt zwischen Leipzig und Halle vorübergehend das Tempo der Züge reduziert worden.

Nachdem es über Jahre Kürzungen im IC-Netz gegeben habe, wolle die Bahn wieder stärker die Regionen mit Städten ab 100 000 Einwohner anbinden, erläutert DB-Projektleiterin Heike Junge. Ein Baustein dafür sei der IC 2, der von den Instandhaltungskosten günstig sei und wegen der Doppelstockwagen auch nicht so lang, was Halte an kleineren Stationen mit kürzeren Bahnsteigen erlaube. Befragungen zeigen, dass der Zug - sieht man mal vom Wanken ab - bei den Reisenden gut ankommt.

Bis zur Küste unterwegs

Ein Erfolgsbeispiel gibt es bereits: Die größere Wirtschaftlichkeit des neuen Zuges habe es ermöglicht, die von der Einstellung bedrohte IC-Linie von Bremen über Oldenburg und Emden nach Norddeich am Netz zu lassen, sagt Junge. Alle zwei Stunden pendelt jetzt der von Leipzig und Hannover kommende IC bis zur Küste. Da abseits der Urlaubssaison früher manches Abteil leer blieb, entschied das Land Niedersachsen, die Züge auch für Pendler mit Regionalbahntickets zugänglich zu machen. Es zahlt dafür eine Kompensation an die Bahn, für die die Linie so aus den roten Zahlen kommt. Auf dieses Modell wird auch bei der künftigen Anbindung anderer Regionen gesetzt.

Außer auf der Linie nach Norddeich pendelt der IC 2 derzeit bereits auf der Strecke Dresden-Hannover-Köln. Von Ende 2017 an sollen weitere 17 Züge auf den Strecken Stuttgart-Singen-Zürich und Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg zum Einsatz kommen.

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