Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Wilde Verfolgungsjagd zwischen Hannover und Göttingen
Nachrichten Der Norden Wilde Verfolgungsjagd zwischen Hannover und Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:49 25.04.2018
An der Raststätte Göttingen-West können Beamte den 51-Jährigen festnehmen. Quelle: Foto: Polizei
Anzeige
Hildesheim/Göttingen

Ein Sprinterfahrer aus Hessen hat sich am Sonntagmittag auf der Autobahn 7 eine lebensgefährliche Verfolgungsjagd mit der Polizei aus Hannover und Hildesheim geliefert. Dabei soll er nach Ansicht von Polizei und Staatsanwaltschaft versucht haben, zwei Beamte zu töten. Andere brachte er in große Not, unter anderem, weil er einen vorausfahrenden Streifenwagen zehn bis 15-mal gerammt haben soll. Und das alles bei Tempo 180.

Es war 11.07 Uhr, als die beispiellose Polizeiaktion in der Nähe von Mellendorf ihren Anfang nahm. Dort soll der 51-Jährige aus Schwalmtal mit seinem Kleintransporter versucht haben, einen anderen Autofahrer abzudrängen. Die Polizei aus Hannover wollte ihn kurz darauf stoppen und kontrollieren, doch der Mann nahm weiter in Richtung Süden Reißaus. Die Beamten aus der Landeshauptstadt verfolgten ihn, und sie schalteten ihre Kollegen von der Autobahnpolizei Hildesheim ein, die sich an der Anschlussstelle Hildesheim mit ihrem Streifenwagen vor den Transporter setzten, um ihn auszubremsen. Das zumindest war der Plan.

Auch Hubschrauber im Einsatz

Doch der Fahrer dachte nicht daran, auf die Haltesignale zu reagieren. Vielmehr jagte er nun seinerseits den Hildesheimer Streifenwagen vor sich her und fuhr immer wider gegen dessen Heck. Das passierte auch im Bereich der Baustellen bei Derneburg und südlich von Seesen. Längst wollten die Polizisten den Hessen vorbeiziehen lassen, um sich nicht weiter zu gefährden. Doch im engen Baustellenbereich konnte der Raser den Streifenwagen offenbar nicht überholen.

Inzwischen vervollständigte auch ein Polizeihubschrauber die Eskorte, filmte die Szenen, die sich auf der A 7 abspielten. Kurz hinter Nörten-Hardenberg bekam er vor die Linse, wie der Transporter endlich den Hildesheimer Wagen überholte. Nun wollten Göttinger Autobahnpolizisten den Wagen mit einem Stop-Stick, einer Art Nagelsperre stoppen. Doch auch das schlug fehl. Der 51-Jährige umkurvte den Stick und hielt dann laut Polizei auf zwei Beamte zu, die sich auf der Autobahn postiert hatten. Einer habe sich durch einen Sprung über die Schutzplanke retten müssen, teilt die Polizei mit. Spätestens jetzt soll der Fahrer auf den Tod der Polizisten abgezielt haben.

Endstation auf Raststätte

Gegen 12.30 Uhr drängte sich der Transporter schließlich auf die eigentlich durch einen Streifenwagen abgesperrte Raststätte Göttingen West. Hier war dann Endstation: Die Polizei schaffte es, den Fluchtweg zu blockieren. Der Fahrer weigerte sich, auszusteigen. Er musste mit Zwang aus dem Fahrzeug geholt und mit Handschellen fixiert werden. Nach ersten Erkenntnissen hatte er weder Drogen noch Alkohol zu sich genommen. Als Motiv für die Fahrt soll er grundsätzliche „Wut auf die Polizei“ angegeben haben.

Er wurde am Sonntag ins Inspektionsgebäude der Hildesheimer Polizei gebracht, die auch die Ermittlungen gegen ihn führt. Die Vorwürfe neben dem versuchten Tötungsdelikt: Nötigung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Am Montag soll entschieden werden, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt oder nicht. Die Ermittlungen dauern an.

Von Christian Wolters

Nach einem schweren Verkehrsunfall im Landkreis Osnabrück mussten die Polizei Platzverweise aussprechen, um Schaulustige zu vertreiben. Eine Frau wurde schwer verletzt.

22.04.2018

Jahrelang ging die Kriminalität an Niedersachsens Schulen stetig zurück. 2017 gibt es nun einen erneuten Anstieg. Dieser geht einher mit einem Wiederanstieg der Jugendkriminalität insgesamt.

21.04.2018

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Bremer Mitarbeiterin des Bundesamts für Migration wegen zu unrecht erteilter Asylbeschwerde. Briefe von Innenminister Boris Pistorius und Regionspräsident Hauke Jagau lösten die Ermittlungen aus.

23.04.2018
Anzeige