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Der Norden Wurden Akten nach Mord zurückgehalten?
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21:33 16.02.2017
Im Fokus: Ein hier behandelter Vergewaltiger soll bei einem Ausgang eine 23-Jährige ermordet haben. Am Mittwoch entkam ein suchtkranker Straftäter. Quelle: Holger Hollemann
Verden

Weil Dokumente in einem Mordfall unterschlagen worden sein sollen, gerät der Maßregelvollzug in Bad Rehburg (Kreis Nienburg) zunehmend unter Druck. Nicht alle Akten zu dem 49-Jährigen, der in die Klinik eingewiesen war und nun vor dem Landgericht Verden steht, waren dem Gericht bekannt. Der Mann soll bei einem Ausgang im April 2015 eine 23-Jährige ermordet haben.

Bei einer Durchsuchung der Klinik wurden umfangreiche Dokumente sichergestellt, die nun von der Polizei ausgewertet werden, sagte Staatsanwalt Lutz Gaebel am Donnerstag. Unter anderem soll es sich dabei um Informationen über Therapien des Angeklagten und Stimmungsschwankungen handeln. Als deutlich wurde, dass die Klinik offensichtlich Unterlagen zurückgehalten hatte, durchsuchte die Polizei vor eineinhalb Wochen den Maßregelvollzug. Der Mordfall in Rehburg hatte bereits landespolitisch Wellen geschlagen, weil es während einer Haftlockerung für den mutmaßlichen Täter zu der Tat kam.

DNA-Test erst nach Monaten

Pannen bei der Polizeiarbeit verzögerten außerdem die Ermittlungen erheblich. Ein zerknülltes Papier wurde zunächst auf Fingerabdrücke untersucht, die wegen ihres schlechten Zustands aber nicht ausgewertet wurden. Das Beweisstück wurde fälschlicherweise ohne DNA-Untersuchung als „untersucht“ abgelegt. Erst Monate später führte die nachgeholte Untersuchung zum mutmaßlichen Täter. Außerdem machte der damalige Leiter des Maßregelvollzugs die Polizei darauf aufmerksam, dass ein Patient am Tattag Freigang hatte und mit Kratzern im Gesicht zurückgekommen war. Die Ermittler notierten zwar den Namen, gingen dem Hinweis aber nicht nach.

Keine Spur gab es unterdessen am Donnerstag von einem am Vortag aus dem Maßregelvollzug in Rehburg entwichenen 28 Jahre alten suchtkranken Straftäter. Auch dieser hatte Lockerungen erhalten. Er durfte in begleiteten Gruppen die Anstalt verlassen. Am Mittwoch hatte er Dreckwäsche in den Keller gebracht und diese Gelegenheit genutzt, um durch eine Rettungstür zu entkommen. In den Jahren 2015 und 2016 waren laut Sozialministerium 15 Personen aus dem Maßregelvollzug entwichen - ein Großteil nutzte Lockerungen zur Flucht. Alle Entwichenen wurden wieder gefasst.

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hatte dann Mitte vergangenen Jahres Reformen im Lockerungssystem und die Einrichtung einer zusätzlichen Kontrollinstanz angekündigt. Diese solle die von Gutachtern empfohlenen Lockerungen für Schwerverbrecher im Maßregelvollzug prüfen und auch ablehnen können. Das Gremium werde seine Arbeit in Kürze aufnehmen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Von Matthias Brunnert und Michael Evers

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