Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden 22 000 Nutrias erlegt – aber die Plage bleibt
Nachrichten Der Norden 22 000 Nutrias erlegt – aber die Plage bleibt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 10.06.2018
NIcht nur Putzig: Die Nutrias, auch Biberratte oder Wasserratte genannt, stammen eigentlich aus Südamerika. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Sie sehen aus wie Bisamratten, sind jedoch größer – und vermehren sich wie wild in Niedersachsen: die aus Südamerika stammenden Nutrias. Mit einer Verschärfung des Jagdrechtes will jetzt die rot-schwarze Landesregierung den Sumpfbibern auf den Pelz rücken, weil deren Ausbreitung nach Ansicht von Experten die Sicherheit von Deichanlagen und Uferböschungen gefährdet. Eine entsprechende Gesetzesvorlage soll bald im Landeskabinett verabschiedet werden. Sie wird erlauben, dass künftig auch Muttertiere abgeschossen werden sollen, bestätigte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums am Donnerstag der HAZ.

Bestand hat sich in einem Jahr verdoppelt

Die jüngste niedersächsische Streckenstatistik, in der die Zahl der erlegten Wildtiere aufgeführt wird, belegt eindrücklich das Wachstum der Nutria-Population. So wurden 2016/17 landesweit 21.866 Nutria angegeben, darunter 270 bereits tot aufgefundene Tiere (Fallwild). Im Jahr zuvor waren es mit landesweit 10.255 erlegten Tieren und 270 Stück Fallwild etwa die Hälfte. Im Jahr davor waren nur 7503 erlegte Nutria in den Statistiken angegeben worden.

Meist würden die Pelztiere, die ursprünglich aus tropischen Bereichen Südamerikas stammen, mit Fallen gefangen, erläutert Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft. Er schätzt den Bestand der Nutrias in Niedersachsen auf etwa 40.000. „Es gibt keine Art, die sich so gewaltig vermehrt, wie die Nutria. Die Strecken belegen nur, dass wir der gewaltigen Ausbreitung hinterherjagen.“ Niedersachsen hat etwa 650 Kilometer Sturmflutdeiche und etwa 1000 Kilometer weitere Deiche.

Holländer sehen in Nagetieren eine Gefahr

Die Landesjägerschaft hatte kürzlich einen Experten aus den Niederlanden zu Gast, der erläuterte, wie in seinem Heimatland die Ausbreitung der Nutrias gestoppt werden soll. „70 Prozent der Niederlande liegen unter Normalnull, das heißt unter der Wasserlinie. Weil die Nutria ihre großen Nester in die Deiche bauen, werden sie dort konsequent bejagt.“

Holland gibt nach Damann-Tamkes Worten 35 Millionen Euro für die Bejagung aus, in Niedersachsen stünden dafür 400.000 Euro zur Verfügung, die über die Landwirtschaftskammern verteilt werden. „Doch jetzt wandern immer mehr Nutria von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ein – und deshalb fordern die Niederlande von uns eine konsequentere Bejagung“, sagt Dammann-Tamke. Auch die Landräte in Ostfriesland und die Deichverbände machten in dieser Hinsicht Druck, die Ausbreitung der invasiven Art zu stoppen, die im Gegensatz zur kleineren Bisamratte nicht territorial gebunden sei, sondern bis zu 40 Kilometer schwimmen könne.

Bereits ganzjährige Bejagung erlaubt

Das Landwirtschaftsministerium hat im April bereits die ganzjährige Bejagung der Nagetiere erlaubt. In einem zweiten Schritt soll Jägern gestattet werden, auch Muttertiere zu erlegen, zumal weibliche Tiere schlecht von männlichen zu unterscheiden wären.

Die gesetzliche Grundlage ist nötig, da Elterntiere unter Naturschutz stehen. „Kein Jäger würde seinen Jagdschein gefährden, um eine Nutria zu erlegen“, sagt Dammann-Tamke.

Das Fleisch der Nutria, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland ausgewildert worden sind, ist essbar und gilt sogar als wohlschmeckend. In den Gefängnissen der DDR soll nicht selten „Nutria mit Pellkartoffeln“ auf den Speiseplänen gestanden haben.

Von Michael B. Berger

Beamte der Autobahnpolizei haben bei Bramsche einer fidelen britischen Rentnergruppe weitergeholfen, die in einem für deutsche Verhältnisse zu hohem Bus unterwegs war.

07.06.2018

Immer wieder bereiten fehlende Rettungsgassen der Feuerwehr Probleme bei Unfällen. Am Donnerstag traf es die Retter der Feuerwehr Oyten, die sich auf der A 1 zu Fuß den Weg freimachen mussten – und dabei noch beschimpft wurden.

07.06.2018
Der Norden Selbsthilfegruppe Guttempler - Kaffee statt Korn

Seit 50 Jahren hilft der Landesverband der Guttempler in Niedersachsen Suchtkranken. Jetzt wird gefeiert – natürlich ohne Alkohol.

07.06.2018
Anzeige