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Der Norden "Es ist grausam, wie sie sterben mussten"
Nachrichten Der Norden "Es ist grausam, wie sie sterben mussten"
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19:02 16.07.2017
In der deutschen Gemeinde in Hurghada und in Peine herrscht Entsetzen über den Tod von zwei Frauen. Quelle: dpa
Peine

Bei den beiden toten Frauen soll es sich um zwei 56-jährige Susanne K. und die 65 Jahre alte Ingrid M. aus Edemissen und einem Ortsteil der Gemeinde Ilsede handeln. M. hatte eine kleine Wohnung in Hurghada, deshalb waren die beiden Freundinnen öfter in Ägypten im Urlaub. Der gewaltsame Tod der beiden Frauen verbreitete sich schnell in Peine – es herrscht Entsetzen.

Auch in der deutschen Gemeinde in Hurghada sind viele Menschen fassungslos: Das zeigt sich in den Kommentaren auf zwei Facebook-Seiten, in denen sich Urlauber und andere, die sich in dem Küstenort niedergelassen haben, austauschen. Besondere Trauer herrscht beim Tauchteam der RedSea Divers, die die beiden Opfer als Freunde bezeichnen.

"Wenn Ingrid hier bei uns von Ägypten erzählt hat, war sie immer voller Freude über das tolle Land und die Unterwasserwelt. Es ist grausam, wie sie sterben musste und das in dem Land, das ihr zweites Zu Hause war", schreibt Anja Schulz auf der Facebook-Gruppe der Tauchschule.

Wütend, fassungslos, traurig – das sind die Reaktionen

Erst mit 50 Jahren hatte sich Ingrid M. entschlossen, tauchen zu lernen. "Es ist wie beim Führerschein: Je später im Leben man anfängt, desto länger braucht man", meint Harald Kunze, ihr Tauchlehrer aus Peine. Und es schwingt Respekt mit, wenn er davon erzählt, wie sich seine Schülerin dann doch noch durchgebissen hat: "Neulich hat sie ihren tausendsten Tauchgang gemacht. Das ist für eine Hobbytaucherin schon sehr beachtlich."

Auch in Peine war die Nachricht vom Tod der beiden Frauen am Wochenende ein Schock. "Sie war eine offene, immer hilfsbereite und nette Person, immer gut drauf", sagt Kunze über Ingrid M. Der Tauchclub Ulendiver sei für sie wie eine Familie gewesen. Die Nachricht von ihrem Tod "hat uns alle von den Füßen gefegt", sagt Kunze. „Mit zwei Peiner Bürgerinnen Teil der unfassbar traurigen Statistik des Terrors zu sein, macht mich wütend, fassungslos und unendlich traurig zugleich. Meine tiefe Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der Opfer“, sagte Peines Bürgermeister Klaus Saemann bestürzt.

Und auch dem sonst so wortgewandten Bundestagsabgeordneten  und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil (SPD) hat es die Sprache verschlagen. „Wir dürfen jetzt nicht in Angst erstarren. Auch wenn es einem die Sprache verschlägt“, sagt er nachdenklich und bietet an: „Jetzt aber sollte erst einmal der Familie geholfen werden. Gerne leiste ich auch meinen persönlichen Beitrag dazu.“

Der Täter wurde festgenommen

Pastor Markus Lenz betet indes dafür, dass der grauenvollen Angriff nichts mit dem IS zu tun habe. „Es ist ganz furchtbar, wenn Menschen unterschiedlicher Religionen nicht zum Frieden finden“, sagt er. „Hoffentlich war der Täter einfach nur geistig verwirrt, so wie es derzeit in einigen Medien gemutmaßt wird.“

Der Edemissener Kommunalpolitiker Ulrich Kemmer (CDU) zeigte sich Sonntag sichtlich mitgenommen, als er bei der Anmeldung zu einem Preisschießen der Edemisser Schützen auf dem Festplatz steht: "Das ist einfach alles unfassbar. Ich weiß nicht, was in solchen Menschen vorgeht? Da liegt man am Strand, dann kommt jemand und sticht einfach auf einen ein."

Ein 28 Jahre alter Student hatte die beiden Frauen am Freitag am Strand erstochen und vier weitere Menschen verletzt. Er konnte nach kurzer Flucht festgenommen werden.

sbü/ran

Nur selten greifen Polizeibeamte im Norden zur Waffe. In Niedersachsen schossen Polizisten im vergangenen Jahr fünf Mal auf Menschen, in Bremen wurde ein Schuss abgegeben, wie die Innenbehörden mitteilten. 2015 wurde in Niedersachsen drei Mal auf Menschen geschossen, in Bremen kein Mal.

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