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Fall Monika P.

1149 Männer aus Linden sollen zum Speicheltest

Von Vivien-Marie Drews

Über zwei Monate nach dem Mord an der Prostituierten Monika P. in Hannover wollen die Ermittler jetzt mit einem Massenspeicheltest dem Täter auf die Spur kommen. Insgesamt 1149 Männer aus dem Stadteil Linden sollen sich für den freiwilligen Test zur Verfügung stellen.
Für den Speicheltest wird DNA mit einem Wattestäbchens aus der Mundhöhle entnommen.

Für den Speicheltest wird DNA mit einem Wattestäbchens aus der Mundhöhle entnommen.

© dpa (Symbolbild)

Im Mordfall Monika P., deren Leiche Passanten Anfang Januar am Ihmeufer entdeckten, soll nun ein Massenspeicheltest zum Täter führen. Es ist die erste Maßnahme dieser Art, die jemals im Stadtgebiet Hannover durchgeführt wurde. In den kommenden Tagen werden Polizei und Staatsanwaltschaft insgesamt 1149 Männer aus dem Stadtteil Linden schriftlich auffordern, ihre Speichelproben abzugeben. Das Material soll mit DNA-Spuren verglichen werden, die die Ermittler an zwei Müllsäcken sichergestellt haben. Darin hatte der Täter Teile des Leichnams verpackt und die Säcke unter der Legionsbrücke in Linden Süd abgelegt.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wird der Massentest zwischen Sonntag, 21. März, und Dienstag, 23 März, in der Humboldtschule in der Ricklinger Straße durchgeführt. Die Mordkommission „Rose“ – benannt nach einem Tattoo, das die 24-jährige Monika P. am Rücken trug – geht weiterhin davon aus, dass die Leichenteile mit einem Handwagen, Fahrradanhänger oder Schlitten an das Ihmeufer transportiert wurden. Spürhunde, sogenannte „Mantrailer“, nahmen von dort aus die Fährte auf, führten die Ermittler in den Stadtteil Linden und schlugen dort an mehreren Stellen an – unter anderem rund um den Lindener Marktplatz.

Daraufhin nahmen die Beamten im Februar zunächst die Speichelproben von rund 70 Personen aus dem direkten Umfeld der Getöteten, die selbst in Linden lebte. Die Abstimmung mit den gesicherten DNA-Spuren verlief jedoch ohne Ergebnis. Mit einem Wattestäbchen sollen sich nun alle Männer, die im Bereich Deisterstraße und Ricklinger Straße gemeldet und zwischen 18 und 65 Jahre alt sind, eine DNA-Probe aus der Mundhöhle entnehmen lassen. „Der Test ist freiwillig“, sagte gestern Polizeisprecher Heiko Steiner. Sollten Personen nicht zu dem Termin erscheinen, würden sie anschließend jedoch genau überprüft.

Im Umland hat die Polizeidirektion Hannover seit 1996 insgesamt drei Massenspeicheltests durchgeführt. Zuletzt nahmen die Beamten im Jahr 1998 Proben von 4092 Männern aus Wunstorf und überführten so einen Serienvergewaltiger.

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