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Klagesmarkt

140 Wohnungen entstehen auf dem Cityplatz

Von Andreas Schinkel

Die Bebauung der Parkplatzflächen auf dem Klagesmarkt nimmt konkrete Formen an. Bis zu 140 Wohnungen in mehreren Häuserblöcken sollen nach dem Planungskonzept der Stadt auf dem Cityplatz entstehen.
Bezahlbarer Wohnraum für Familien: Die geplante Bebauung am Klagesmarkt.

Bezahlbarer Wohnraum für Familien: Die geplante Bebauung am Klagesmarkt.

Hannover. Sechs hannoversche Wohnungsgenossenschaften haben sich zusammengetan, um mit der Stadtverwaltung über die Modalitäten zu verhandeln. „Nichts für Schickimickis, sondern bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten wollen wir dort bauen - vor allem für Familien“, sagt Heinz Wensing, Vorstandsmitglied des Spar- und Bauvereins. Schließlich gebe es einen unübersehbaren Trend, wieder innenstadtnah zu wohnen. Aber die Mietpreise müssten auch erschwinglich bleiben. Beteiligt an dem Zusammenschluss der Genossenschaften sind neben dem Spar- und Bauverein unter anderem die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen, die Ostland und die Heimkehr. Die Wohnungsgrößen bewegen sich zwischen 60 und 100 Quadratmetern.

Nicht nur Mietwohnungen sollen auf dem Klagesmarkt entstehen. Eine Baugemeinschaft mit rund 25 Mitgliedern will dort auch Eigentumswohnungen schaffen. Daraus soll ein Wohnprojekt mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen entstehen. Gegenüber dem DGB-Haus an der Otto-Brenner-Straße will die städtische Immobiliengesellschaft GBH ihre neue Zentrale errichten. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen der Stadt, die auf Entwürfe des Architekturbüros astoc zurückgehen, soll das GBH-Haus nicht mehr Stockwerke bekommen als sein gewerkschaftliches Pendant. In den Erdgeschossen der neuen Gebäude auf dem Klagesmarkt sollen Läden und Gastronomiebetriebe einziehen.

„Ideal wäre es, in dem gesamten Gebäudekomplex noch eine Kita unterzubringen“, sagt SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Er begrüßt das genossenschaftliche Engagement, zeige es doch, dass auf dem Cityplatz entgegen der Kritik ein vernünftiges Wohnkonzept entsteht. Vor allem die Linken hatten die Pläne argwöhnisch betrachtet. Sie erwarteten, dass in solch günstiger Lage nur Luxuswohnungen gebaut werden. Auch Grünen-Bauexperte Michael Dette sieht die „Belebung der Innenstadt“ mit Wohlwollen. Zwar haben noch nicht alle Ratsgremien ihr Plazet zum Bebauungsplan gegeben, Dette glaubt aber, dass der erste Spatenstich schon im kommenden Jahr getan werden kann.

Auf der östlichen Seite des Klagesmarktes ist man schon weiter. An der Nordfelder Reihe hat der Spar- und Bauverein am Freitag das Richtfest für ein Mehrfamilienhaus mit 13 Wohnungen zwischen 60 und 130 Quadratmetern gefeiert. „40 Anfragen für die Wohnungen haben wir schon bekommen, erste Verträge sind bereits geschlossen“, sagt Vorstandsmitglied Wensing. Auch hier achtet er auf moderate Preise: 8 Euro pro Quadratmeter kostet die Miete. Auf der Brache gleich nebenan will ein Hamburger Investor ein Seniorenwohnheim hochziehen. Dem Vernehmen nach ist die Baugenehmigung bereits erteilt.

Neuer Gastronomiemieter

Für die früheren Räume des Bistros „Alex“ auf dem Klagesmarkt hat sich ein neuer Mieter gefunden. Wu Xiao-Shang, der seit gut drei Jahren das asiatische Großrestaurant „Ocean City“ in der Galerie Luise betreibt, will ab Herbst die Gastronomieflächen auf zwei Etagen wiederbeleben. Die Suche nach Mitarbeitern habe bereits begonnen. „Coco Pavillon“ soll das Restaurant heißen, anders als im „Ocean City“ werde es dort keine rein asiatische Speisekarte geben, sagt Wu. „Geplant ist eine Cross-over-Küche mit mediterranen, pazifischen und asiatischen Einflüssen.“ Für den Klagesmarkt gibt es im Städtebaukonzept „City 2020“ auch Entwürfe ohne das Gastronomiegebäude. Nach Auskunft von Stadtsprecher Dennis Dix besteht aber ein langfristiger Erbbauvertrag mit dem Immobilieneigentümer.

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