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Karstadt

80 Jobs weg, neuer Investor da

Nach wochenlangen Verhandlungen steht es jetzt fest: Zwischen 80 und 85 Karstadt-Mitarbeiter werden durch die für den 31. März geplante Schließung des Heim- und Technikhauses ihren Arbeitsplatz verlieren.
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das Karstadt-Haus in der Großen Packhofstraße

Hat einen neuen Eigentümer: das Karstadt-Haus in der Großen Packhofstraße.

© Martin Steiner

Das hat der Betriebsrat am Dienstag mitgeteilt, die Geschäftsführung wollte sich zur Zahl der Kündigungen noch nicht äußern. Nach Bekanntgabe der Schließungspläne war zunächst von bis zu 100 gefährdeten Jobs die Rede, die Namen der nun betroffenen Mitarbeiter sollen Donnerstag im Betrieb bekannt gegeben werden. Die Immobilie in der Großen Packhofstraße hat derweil bereits den Eigentümer gewechselt: Die Unternehmensgruppe Sahle aus Greven im Münsterland hat nach HAZ-Informationen das Gebäude vom Konsortium Highstreet erworben.

„Das ist eine Perspektive für das Haus“, freut sich der städtische Baudezernent Uwe Bodemann, der die neuen Eigentümer nächste Woche kennenlernen will. „Wir hoffen jetzt, dass bei einer neuen Nutzung als Geschäftsgebäude möglichst viele ehemalige Karstadt-Mitarbeiter dort unterkommen können.“ Die inhabergeführte, mittelständische Firmengruppe Sahle besteht seit rund 40 Jahren. Sie ist vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch überregional als Wohnungsunternehmen tätig und betreibt zudem eine Projektentwicklungs- und Immobiliensparte. Geschäftsführer Albert Sahle war am Dienstag für eine Stellungnahme zu den neuen Plänen für das Karstadt-Haus nicht zu erreichen.

Vom zügigen Verkauf zeigten sich am Dienstag Hannovers Karstadt-Chef Peter Krause und der Betriebsratsvorsitzende Rolf Stenzel gleichermaßen überrascht. Ihr Augenmerk liegt derzeit aber ohnehin mehr auf der aktuellen Personalsituation. Dass bei den Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan hinsichtlich der Stellenstreichungen die untere Grenze eingehalten werden konnte, mag Stenzel nicht als Erfolg werten. „Die Auswirkungen sind zwar am Ende nicht ganz so brutal, doch wir hatten letztlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera“, meint er.

Bei einer Betriebsversammlung wurden die Beschäftigten am Dienstag über die sozialen Auswahlkriterien für eine Kündigung wie Alter, Familienstand und Betriebszugehörigkeit informiert. Vorgesehen ist eine Transfergesellschaft für die gekündigten Mitarbeiter. Ob genug Geld dafür bereitsteht, hängt aber von einem Beschluss der Gläubigerversammlung ab, die voraussichtlich im April stattfinden wird. „Es gibt noch einige große Fragezeichen“, sagt Stenzel. Die Mitarbeiter hätten die neuen Nachrichten in der Versammlung „einigermaßen gefasst“ aufgenommen, sagt der Betriebsratschef. „Sie wissen jetzt zumindest, dass sie bald endgültige Klarheit haben.“ Er und Geschäftsführer Krause waren nach dem Treffen in den Abteilungen unterwegs, um für eine persönliche Ansprache zur Verfügung zu stehen. „Da kamen dann natürlich einige Ängste wieder hoch“, sagt Krause.

[Stefanie Kaune]

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