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Geschwindigkeitsbegrenzung

Auch Eltern wollen Tempo 30 vor Schulen


Das geplante Tempolimit vor allen hannoverschen Schulen stößt bei Eltern und Lehrern auf breite Zustimmung. Die rot-grüne Ratsmehrheit will zur Sicherheit von Kindern und Jugendlichen auch auf Hauptverkehrsstraßen in der Nähe von Schulen Tempo 30 einführen.
Foto: Rot-Grün fordert Tempo 30 vor allen Schulen.

Rot-Grün fordert Tempo 30 vor allen Schulen.

© Michael Zgoll

Hannover. Vor den Grundschulen gilt das Tempolimit schon länger. Doch diese liegen fast immer in Wohngebieten, die sowieso verkehrsberuhigt sind. Geschwindigkeitsbegrenzungen auf großen Ausfallstraßen wären ein Novum. „Unsere jüngeren Schüler haben mit ihren zehn Jahren noch nicht genügend Überblick über den Verkehr“, sagt Eckhard Franklin, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule. Das Gymnasium mit gut 1000 Schülern liegt an der viel befahrenen Podbielskistraße. Direkt daneben  gibt es die Gerhart-Hauptmann-Realschule mit weiteren 500 Schülern. „Uns wäre sehr wichtig, dass etwas für die Sicherheit der Kinder passiert“, sagt Franklin. Ende 2010 wurde eine Schülerin seines Gymnasiums beim Überqueren der Straße von einem Auto angefahren.

Viele Schüler kommen mit der Stadtbahn an und gehen am Ende des Hochbahnsteigs über die Podbi. Dort gibt es keinen gesicherten Überweg. Die Eltern setzen sich deshalb für eine zweite Ampel ein. „Tempo 30 ist auf jeden Fall wünschenswert, aber ich weiß nicht, ob man das an einer vierspurigen Straße durchsetzen kann“, sagt Franklin.

Die Waldorfschule am Maschsee, in die auch 240 Grundschüler gehen, forderte vom Rat bereits ein Tempolimit und größere Warnschilder. Morgens wenden dort zahlreiche Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen. „Alles, was den Verkehr beruhigt, ist gut für die Kinder“, sagt Kerstin Minder, die ihre zehnjährige Tochter nicht auf der Seeseite aus dem Wagen steigen lässt. Sie soll nicht die Straße überqueren müssen. „Dort wird einfach zu schnell gefahren.“ Die Mutter räumt ein, dass durch das Rangieren neue Gefahren entstehen. „Gereizte Autofahrer versuchen oft, schnell die Wagen der Eltern zu umkurven.“ Tempo 30 und die geplante einspurige Straßenführung würden Entlastung schaffen.

Die Polizei dagegen rät Eltern, die ihre Kinder unbedingt mit dem Wagen zur Schule bringen müssen, seit Jahren zu einer anderen Strategie: „Sie sollten ihre Kinder in keinem Fall direkt bis vor die Schule fahren, sondern sie ein Stück weiter entfernt aussteigen und die letzten Meter zu Fuß gehen lassen“, sagt Thomas Buchheit, Verkehrsdezernent der Polizei. Nur dadurch würden die Kinder zur Eigenverantwortlichkeit im Straßenverkehr erzogen. Die Behörde begrüßt grundsätzlich den Vorstoß der Politik bezüglich der Tempo-30-Regelung. Aus Sicht der Polizei stellen selbst derartige Geschwindigkeitsbegrenzungen auf großen Ausfallrouten wie der Podbielskistraße keine Verkehrsbeeinträchtigungen dar. „Man könnte das Tempolimit in solchen Bereichen zeitlich eingrenzen, nämlich auf die Stunden vor Schulbeginn und die Zeit rund um das Unterrichtsende“, sagt Buchheit.

Bärbel Hilbig und Tobias Morchner

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