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Fahrräder - Begehrte Beute

Der Code gegen Diebstahl

Von Vivien-Marie Drews

Im Kampf gegen Fahrraddiebe will die Polizei ein neues Verfahren testen: In den kommenden Wochen will sie in der Nordstadt 1000 Räder kennzeichnen.
Codierung nach herkömmlicher Art: Bisher graviert die Polizei eine Nummer in den Rahmen der Fahrräder ein.

Codierung nach herkömmlicher Art: Bisher graviert die Polizei eine Nummer in den Rahmen der Fahrräder ein.

© Frank Wilde

Hannover. Fahrräder sind begehrte Beute. Im vergangenen Jahr wurden bei der Polizeidirektion Hannover insgesamt 6007 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht - das entspricht etwa 17 gestohlenen Fahrrädern pro Tag. Mit einer neuen Form der Fahrradcodierung will die Polizei den Taten nun besser vorbeugen. Mithilfe einer neuen Datenbank sollen Beamte Verdächtige umgehend überführen können. Das erhöhte Entdeckungsrisiko soll die potenziellen Täter von den Diebstählen abhalten.

Die Polizei Hannover will das neue Verfahren vorerst in einem Pilotprojekt erproben. Der Testlauf wird in der Nordstadt durchgeführt, dort werden seit Jahren besonders viele Fahrräder gestohlen. Allein im vergangenen Jahr wurden 394 Fälle im Polizeikommissariat Nordstadt zur Anzeige gebracht.

In den kommenden Wochen wollen die Beamten insgesamt 1000 Fahrräder mit einem speziellen Aufkleber versehen. Der Sticker besteht aus einer Sicherheitsfolie, wird am Fahrradrahmen aufgebracht und kann nicht mehr entfernt werden. Mithilfe dieser Codierung können die Beamten umgehend überprüfen, wem ein Fahrrad gehört. „Kommen Beamte also in eine Situation, in der sie eine verdächtige Person auf einem Fahrrad beobachten, können sie sofort klären, ob es sich um den rechtmäßigen Besitzer handelt“, erklärt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Eine so zügige Überprüfung ermöglicht das bisher angewandte Codierungsverfahren nicht. Auch in der Vergangenheit wurden die Fahrräder zwar mithilfe einer Gravur unwiderruflich markiert und die Daten dem rechtmäßigen Besitzer in einer Art Pass zugeordnet. Doch waren diese Daten bislang nicht bei der Polizei hinterlegt und konnten folglich auch nicht unmittelbar abgerufen werden. Das Verfahren diente vor allem dazu, dass Fahrradfahrer nach dem Diebstahl ihres Gefährts und einem späteren Wiederauffinden nachweisen können, dass das Rad ihnen gehört. Mit dem neuen Verfahren steigt für Diebe das Risiko, umgehend überführt zu werden.

Nach Angaben der Polizei werden bislang lediglich zehn Prozent aller Fahrraddiebstähle aufgeklärt. Ein Großteil der Taten wird nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“ begangen. Viele Täter greifen zu und schwingen sich auf den Sattel eines schlecht gesicherten Fahrrades, weil sich ihnen gerade die Möglichkeit bietet. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen sehr hochwertige Fahrräder besitzen, sind aber auch immer mehr Seriendiebe am Werk. Im vergangenen Jahr nahm die Polizei unter anderem zwei Männer in Wunstorf fest. Sie hatten innerhalb weniger Tage die Schlösser von 20 Fahrrädern am Bahnhof in Wunstorf aufgebrochen und ihre Beute zunächst in der direkten Umgebung versteckt. Als sie die Fahrräder mit einem Lkw abtransportieren wollten, klickten die Handschellen. Die Polizei hatte die beiden längst im Visier gehabt.

Aktion beginnt am 3. Mai

Die Polizeidirektion Hannover will das neue Codierungsverfahren zunächst in der Nordstadt testen. Bereits in den kommenden Wochen sollen dort 1000 Fahrräder den neuen Aufkleber erhalten und die Angaben zu den Besitzern in der neuen Datenbank gespeichert werden. In den kommenden Monaten wollen die Ermittler die Ergebnisse bewerten und darüber entscheiden, ob das Verfahren auch auf andere Stadtteile und das Umland ausgeweitet werden soll. Start der Aktion ist am Donnerstag, 3. Mai, auf dem Wochenmarkt an der Lutherkirche. Die Beamten sind von 14 bis 18 Uhr vor Ort, um Fahrräder zu codieren. Alle interessierten Fahrradbesitzer können das Angebot nutzen, müssen den Beamten allerdings einen Personalausweis und wenn möglich einen Besitznachweis für das mitgebrachte Fahrrad vorlegen, am besten den Kaufbeleg. Auch an den folgenden drei Markttagen – am 10., 24. und 31. Mai – wird die Polizei an der Lutherkirche Fahrräder codieren. vmd

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