Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service
Weltausstellung

Die Expo 2000 soll wieder lebendig werden


Die Expo 2000 soll wieder lebendig werden: Anlieger des ehemaligen Geländes planen zum zehnten Geburtstag der Weltausstellung in Hannover ein viertägiges internationales Fest.
Hunderttausende Besucher strömten damals zur Expo 2000 – zehn Jahre später soll das Jubiläum auch am Ort der Erinnerung gefeiert werden.

Hunderttausende Besucher strömten damals zur Expo 2000 – zehn Jahre später soll das Jubiläum auch am Ort der Erinnerung gefeiert werden.

© HAZ (Archiv)

Die Zielrichtung für den Juni 2010 ist vorgegeben. „Wir wollen das typische Expo-Gefühl aufleben lassen“, sagt Stefan Schlutter. Anlässlich des zehnten Geburtstages der Weltausstellung basteln der Journalist und andere Anlieger des Geländes an einem Programm, das die multikulturelle Atmosphäre aus dem Jahr 2000 am Ort des Geschehens – zumindest ansatzweise – wieder spürbar machen soll. Vom 10. bis zum 13. Juni wollen sie mit kleinem Budget und viel Ehrgeiz vier Tage lang ein internationales Fest mit Musik, Tanz, Ausstellungen und Gastronomie auf die Beine stellen.

Dass sie es ernst meinen mit der Wiederbelebung der Weltausstellung zeigt sich auch an einem Detail, das unübersehbar werden soll: Eigens zum Jahrestag gibt es ein neues Expo-Logo. Am Dienstagbend wurde das Signet erstmals vorgestellt. Es stammt von jemandem, der schon vor zehn Jahren für das Erscheinungsbild der Expo verantwortlich war: Rainer Schilling, Kommunikationsdesigner aus Hannover und früherer Design-Chef der Expo 2000. In Anlehnung an das von Kölner Grafikern gestaltete erste Expo-Logo setzt sich Schillings Neuauflage aus Punkten zusammen, im Vergleich zum Original aber deutlich klarer sortiert. „Es sollte einen Wiedererkennungswert haben, aber auch als eigenständige Marke funktionieren“, sagte Schilling gestern im Design-Center auf dem Expo-Gelände.

Der Frankfurter, der sich 2004 in seiner „Lieblingsstadt Hannover“ niederließ, stellt seine kreative Leistung zum Nulltarif zur Verfügung – künftig darf jeder das Logo kostenfrei nutzen. Ohne Geldgeber aber geht es nicht bei der Feier. Organisator Schlutter kalkuliert mit einem bescheidenen Budget von 60 000 Euro, das Anlieger und Sponsoren aufbringen müssen – und viel ehrenamtlichem Engagement. Die Stadt stellt eine zentrale Musikbühne neben der BMW-Niederlassung auf dem Ostgelände bereit. Der Großteil des kommunalen Expo-Jubiläumsbudgets von zwei Millionen Euro fließt in Veranstaltungen an anderen Orten in der Stadt wie ein „Fest der Kulturen“ vor dem Rathaus, Tagungen und Kongresse sowie den Auftritt bei der Expo in Schanghai. Der städtische Eventmanager Klaus Timaeus sieht das Programm der Anlieger als „unverzichtbare Ergänzung“.

Höhepunkte auf dem Ostgelände sollen laut Schlutter die „Nationentage“ werden, die in Anlehnung an die Expo-Originale konzipiert sind, bei denen sich die 152 beteiligten Länder präsentierten. Immerhin sechs Staaten sollen sich zum Gerburtstag von ihrer landestypischen Seite zeigen. Welche das sind, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall seien ein Afrika-Tag und ein Mittelamerika-Tag in Vorbereitung, sagt Schlutter. Auch die noch vorhandenen Pavillons sollen in das Programm einbezogen werden. Die Firmen in der Finbox werden dabei sein, und auch der Peppermint Pavillon, die Kreativschmiede von Mousse T., hat Unterstützung zugesagt. Das von unermüdlichen Expo-Fans betriebene „Exposeeum“ will Führungen über das Gelände, Diaschauen und eine Briefmarkenausstellung veranstalten. Ebenfalls vorgesehen sind ein „Tag des Sports“ und Hubschrauberrundflüge. Den dezentralen Expo-Projekten in der Region (und dem Rest der Welt) wollen die Organisatoren nachspüren und im früheren „Global House“ (dem heutigen Design-Center) zeigen, was daraus geworden ist.

Modedesignstudenten der dort ansässigen Fachhochschule (FHH) bereiten Freiluftinszenierungen vor. 29 Kommilitonen vom Studiengang Veranstaltungsmanagement haben ohnehin eine tragende Rolle: Sie sind zuständig für die Organisation des Programms, die Öffentlichkeitsarbeit und die Sponsorenakquise. „Wir haben noch viele Ideen, die sich in den nächsten Wochen konkretisieren werden“, sagt Schlutter – und kündigt selbstbewusst Verhandlungen für einen „Top Act“ auf der Plaza-Bühne am 10. Juni an: „Wenn das klappt, wird es ein echter Hannoveraner Knaller.“ Die Scorpions jedenfalls sind schon im offiziellen Programm der Stadt am 1. Juni verbucht.

Juliane Kaune

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meiste gelesen aus Hannover

Meist gesehene Videos

Facebook

Städtewetter
Tagestemperatur
°
Nachttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug


Top