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Knappheit

Eltern fürchten Impfstoffmangel

Die Nachricht von den knapp werdenden Impfstoffen für Babys hat am Montag zahlreiche Eltern in Hannover beunruhigt. „Auffallend viele Anrufe“ registrierte Kinderarzt Thomas Buck gestern in seiner Praxis.
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Wird knapp: Impfstoff für Babys.

Wird knapp: Impfstoff für Babys.

© dpa

Der Obmann der hannoverschen Kindermediziner kritisierte die Abhängigkeit bei den Impfstoffen vom Hersteller GlaxoSmithKline. „Die Zahl der Geburten ist konstant, daher lässt sich exakt vorausberechnen, wie viele Impfstoffe zu welchem Zeitpunkt benötigt werden.“

Offenbar hat der amerikanische Pharmahersteller seine Produktionskapazitäten verstärkt auf den Schweinegrippeimpfstoff konzentriert, der wegen der staatlichen Abnahmegarantien als sehr lukrativ gilt – zumindest deutlich lukrativer als die Säuglingsimpfungen. Es sei „nicht zu akzeptieren“, dass „aus wirtschaftlichen Gründen die Sicherheit der Kinder“ aufs Spiel gesetzt werde, sagte gestern der Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann. Wie lange es keine Nachlieferungen der Impfstoffe mehr geben wird, die in der achten Lebenswoche gespritzt werden sollen, ist völlig offen. „Unsere Reserven reichen noch für etwa drei Wochen“, sagt Buck. Bei den Großhändlern aber sei nichts mehr vorhanden, und GlaxoSmithKline gebe keine neuen Liefertermine an.

Konkret geht es um den Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, HIB-Infekt und Hepatitis B. Die Impfempfehlung lautet für die achte Lebenswoche. Kinderärzte wie Christine von Scheidt (Südstadt) betonen aber, dass es „nicht schlimm ist, wenn die Impfung um einen Monat verzögert“ werde. „Eltern müssen keine Angst haben, wenn ihr Kind unversorgt bleibt.“ Wenn der Lieferengpass Bestand hat, können Ärzte auf einen Fünfer-Wirkstoff zurückgreifen, gegen Hepatitis muss dann aber an einem gesonderten Termin extra geimpft werden. „Das ist für das Kind aber belastender“, sagt Ärztin von Scheidt. „Ich würde eher etwas später impfen.“ Auch Obmann Bock hofft darauf, dass es den Sechser-Impfstoff bald wieder gibt: „Für Eltern und Kinder ist es schon ein Unterschied, ob sie inklusive Auffrischung vier oder neun Mal zum Impfen kommen müssen – alle Risiken wie Fieber und Schmerzen inbegriffen.“ Er betont aber auch, dass beide Impfarten „vertretbar“ seien. „Wir jammern gelegentlich auf hohem Niveau.“ Wichtig sei, dass überhaupt geimpft werde. „Hepatitis B ist 20 Mal so infektiös wie HIV“, sagt Buck. „Wenn wir eine Generation durchimpfen könnten, wäre die Krankheit endlich ausgerottet wie die Pocken.“

Unterdessen kündigt sich ein weiterer Impfengpass an. Angeblich soll auch die Vierfach-Kombination gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken knapp werden, die ab dem elften Monat geimpft wird. Der Hersteller: GlaxoSmithKline.

[Conrad von Meding]

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