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Die Schweinegrippewelle ist da

Erste Patienten auf Intensivstationen


Die ersten mit der Schweinegrippe infizierten Patienten sind auf die Intensivstationen hannoverscher Kliniken eingeliefert worden. An der Medizinischen Hochschule (MHH) befinden sich zurzeit drei Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, die künstlich beatmet werden müssen.
Die Warteliste der Impfwilligen wächst.

Die Warteliste der Impfwilligen wächst.

© Martin Steiner

Nach Angaben von Sprecher Stefan Zorn handelt es sich bei allen Betroffenen um besonders geschwächte Personen mit Vorerkrankungen. Im Kinderkrankenhaus auf der Bult liegt ein Patient auf der Intensivstation, der laut Chefarzt Hans-Jürgen Christensen lebensbedrohlich erkrankt ist. Der 19-Jährige, der schwerst körperlich und geistig behindert ist, gehöre zu einer besonders gefährdeten Risikogruppe, erklärt der Mediziner. Die Klinikärzte der MHH schlössen nicht aus, dass auch bei sonst Gesunden schwerere Verläufe der Schweinegrippe eintreten könnten, die eine intensivmedinische Behandlung erforderlich machten, sagte Zorn.

Im Klinikum Region Hannover (KRH) werden derzeit neun Patienten stationär behandelt, die mit Verdacht auf Schweinegrippe eingeliefert wurden. Alle leiden unter Vorerkrankungen, sie bleiben bis auf Weiteres in den Kliniken. Fünf von ihnen wurden inzwischen positiv auf das Virus H1N1 getestet, bei den übrigen vier stehen die Testergebnisse noch aus. Alle Erkrankten befinden sich auf normalen Stationen, allerdings isoliert von den übrigen Patienten. „Zurzeit ist die Lage noch gut beherrschbar“, sagte KRH-Sprecher Bernhard Koch.

Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, stünde im Klinikum Oststadt-Heidehaus eine jetzt noch leer stehende Isolierstation mit 26 Betten ausschließlich für Intensivpatienten mit Schweinegrippe zur Verfügung. Weitere Beatmungsplätze hält das Klinikum Nordstadt vor. „Außerdem können in acht von 13 zum KRH gehörenden Krankenhäusern im Notfall zusätzliche Intensivbetten für H1N1-Patienten bereitgestellt werden“, sagte Koch. In der Henriettenstiftung der Diakonie werden aktuell zehn an der Schweinegrippe erkrankte Personen stationär behandelt, sieben sind es im Friederikenstift. Es handele sich vorrangig um ältere Menschen, keiner von ihnen müsse auf die Intensivstation, sagte Sprecher Thomas Klein.

Bei den niedergelassenen Ärzten sind die Praxen brechend voll. „Wir hatten am Montag 100 Patienten, mindestens 40 Prozent von ihnen hatten Symptome, die auf Schweinegrippe hindeuten“, sagt etwa Gilta Machleidt, Kinderärztin aus Kleefeld. Auch in der benachbarten Gemeinschaftspraxis Goesmann, Zwickert, Günther wurde am Montag ein Spitzenwert erreicht: Von rund 300 Patienten habe ein Drittel eindeutige Erkältungssymptome gehabt, sagt Allgemeinmediziner Armin Günter. 160 Patienten stünden derzeit auf der Impfwarteliste. „Es häufen sich auch die Nachfragen von Patienten, die nicht zur Risikogruppe gehören.“ Zwischenzeitlich sei bereits der Impfstoff knapp geworden, erst gestern kam eine neue Lieferung an.

Inzwischen hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) auch die Listen der impfbereiten Ärzte nachgebessert. Dennoch betont die Vereinigung, dass die Liste weiter aktualisiert werde. Noch fehlt nach Informationen der „Leine Zeitung“ beispielsweise der Eilveser Arzt Thomas Perau auf der Liste, während der impfkritische Steinhuder Arzt Ingfried Hobert fälschlicherweise aufgeführt ist. Fragen zu Impfärzten in der Region nimmt die KVN-Bezirksstelle Hannover unter Telefon 0180-1155511 entgegen.

von Juliane Kaune, Nicola 
Zellmer und Veronika Thomas

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