Hannover. Einer der insgesamt zwölf Feuerwehrmänner musste sich, verpackt in einen orangenen, dick gefütterten Überlebensanzug ins eiskalte Wasser begeben und eine ins Eis eingebrochene, hilflose Person mimen. „Es ist wichtig, auch solche Einsätze immer und immer wieder zu trainieren, auch wenn sie nur in einer ganz bestimmten Jahreszeit vorkommen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz.
Mit einem sogenannten Eisretter, einem Schlauchboot, arbeiteten sich zwei Taucher der Feuerwehr zu dem unter dem Eis versunkenen Kollegen vor. An der Unglücksstelle angekommen, legte sich einer der Taucher auf den Boden des Eisretters, griff mit beiden Händen durch das Loch an der Spitze des Bootes und packte die Arme des Eingebrochenen. Dann zogen die Kollegen am Ufer den Eisretter an einem dicken Seil mitsamt dem Verunglückten über das Eis an Land.
„Bei diesen Einsätzen kommt es auf jede Minute an: Je länger eine Person im Wasser ist, desto weniger ist der Körper aufgrund der Unterkühlung funktionstüchtig“, erklärt Michael Hintz.
Derzeit warnt die Feuerwehr ebenso wie die Stadt und die Region vor dem Betreten der Eisflächen. Das Eis auf dem Maschsee ist sechs Zentimeter dick. Erst bei einer durchgehende Stärke von 13 Zentimetern ist es tragfähig. Dann wird der See offiziell vom Tiefbauamt der Stadt zum Schlittschuhlaufen freigegeben, was durch das Hissen einer rot-weißen Flagge mit Stadtwappen am Nord- und Südufer des Sees signalisiert wird. Eisflächen anderer Gewässer gibt die Landeshauptstadt grundsätzlich nie frei.
Von Tobias Morchner und Heike Schmidt
SN-Online.de Anmeldung
