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Große Packhofstraße

Händler hoffen auf zugkräftigen Karstadt-Nachfolger


Die Große Packhofstraße in Hannover ist Standort vieler Filialisten – diese setzen nun auf einen zugkräftigen Karstadt-Nachfolger und auf eine schnelle Nachnutzug.
Neu in der Stadt: Das Modehaus Hallhuber eröffnet am Donnerstag sein erste Filialgeschäft.

Neu in der Stadt: Das Modehaus Hallhuber eröffnet am Donnerstag sein erste Filialgeschäft.

© Florian Wallenwein

Durch die bevorstehende Schließung des Karstadt-Technikhauses in der Großen Packhofstraße befürchten die anliegenden Geschäfte bisher keinen nachhaltigen Schaden für die Qualität der Einkaufsstraße. Die Einzelhändler hoffen jedoch, dass sich in absehbarer Zeit eine neue Nutzung für das Gebäude finden wird.

Im Rennen um die Erschließung neuer Standorte steht die Große Packhofstraße aufgrund ihrer Lage bei Filialketten derzeit bundesweit recht hoch im Kurs. In den vergangenen Monaten hatte es bereits zahlreiche Veränderungen in der Mieterstruktur gegeben. Zwar hatte der Herrenausstatter Erdmann Ende März geschlossen und damit eine Lücke gerissen. Gleichzeitig hatten sich jedoch einige neue Filialisten angesiedelt.

„Wir sind guter Dinge, dass die Straße sich weiter positiv entwickelt“, sagt Michael Jacobs, Sprecher der Schuhhandelskette Görtz, die 2008 viel Geld in den Umbau ihres Hauses investiert hatte. Wohnaccessoires und Möbel könnten künftig ein interessantes Angebot an der Stelle des Heim- und Technikhauses sein, meint Jacobs. „Wichtig ist, dass es dort keinen längeren ungeklärten Leerstand gibt und kein Discounter einzieht.“

Auch die Münchener Modekette Hallhuber, die heute auf 350 Quadratmetern ihr erstes Filialgeschäft in der Einkaufstraße eröffnet, ist zuversichtlich, dass die Große Packhofstraße weiterhin eine zugkräftige Shoppingmeile bleibt. „Wir hoffen aber auf einen Nachfolger, der möglichst attraktiv für den Standort ist“, teilt eine Sprecherin mit. Unternehmen wie die britische Modekette Accessorize, das Schuhhaus Roland sowie der Uhren- und Taschenanbieter Fossil äußerten sich ähnlich. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Ecke der Innenstadt verramscht“, sagt etwa Wolfgang Thoeren, bei der Firma Fossil zuständiger Leiter für das Retailgeschäft in Europa. Das Unternehmen will in 2010 zusätzlich zur Ecklage in der Großen Packhofstraße eine Fläche an der Georgstraße anmieten und damit seine Verkaufsräume erweitern.

Felix Meiners, Geschäftsführer des Wäsche- und Heimtextilspezialisten I.G. von der Linde, der nicht weit von der Großen Packhofstraße entfernt in der Osterstraße ansässsig ist, glaubt ebenfalls an eine zügige Neuvermietung des Karstadt-Gebäudes. „Das ist ein Top-Standort in der City.“ Er kann sich dort ein kleineres Einkaufscenter mit mehreren Geschäften vorstellen. Die Nutzung werde aber auch davon abhängen, was die Investoren des ehemaligen Erdmann- und SinnLeffers-Hauses planen.

Die Verkäufer in den Geschäften rechnen für die erste Zeit nach der Karstadt-Schließung mit weniger Laufkundschaft. „Aber die Räume werden nicht lange leer stehen“, meint ein Modeverkäufer, der vor einigen Monaten selbst noch Karstadt–Mitarbeiter war und zurzeit mit seinen ehemaligen Kollegen fühlt. Unter seinen Kollegen machten bereits Gerüchte um mögliche Nachnutzer wie etwa ein großer Elektrofachmarkt oder ein Baumarkt die Runde. Andreas Weidemann, Angestellter beim Mobilfunkanbieter O2, sorgt sich dagegen vielmehr um den Zustand der Straße, insbesondere den uneinheitlichen Bodenbelag. „Wichtig wäre, dass man mal den Flickenteppich in Ordnung bringt, der durch die vielen Baustellen im Laufe der Jahre entstanden ist“, sagt er.

ste/sfu/ds

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