Während Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) keinen Grund findet, warum die ganze Welt sehen solle, wo er wohne, hat sein Ordnungsdezernent und Parteigenosse Marc Hansmann kein Problem mit Street View. „Schließlich nutze ich das Angebot selbst, um mir vor Auslandsreisen einen Eindruck von fremden Städten zu verschaffen“, sagt er. Doch müsse er noch mit seiner Frau klären, ob auch sie auf einen Widerspruch verzichten wolle.
Der frühere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg hat mit seiner Frau Heidi Merk bereits vor geraumer Zeit Widerspruch eingelegt. SPD-Politiker Wolfgang Jüttner bezeichnet Street View als „Eingriff in die Privatrechte“. Er kritisiert, dass er sich die Mühe eines Einspruchs machen muss. „Normalerweise müssten die mich fragen, ob die das dürfen“, sagt er.
Die Ratsfraktion der Grünen soll möglichst geschlossen ihren Widerstand gegen die Google-Fotos dokumentieren. Das zumindest legt Fraktionschef Lothar Schlieckau seinen Kollegen ans Herz. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke nimmt Street View mit Humor. „Ich will mir zunächst die Bilder von meinem Haus anschauen“, sagt er. Wenn er dann im Internet mit Badehose auf der Terrasse zu sehen sei, wolle er Widerspruch einlegen – oder darum bitten, dass sein Bauch gepixelt wird.
Für die Chefin des Tanztheaterfestivals, Christiane Winter, sollte „jedes Medium Grenzen haben“. Musiker Heinz-Rudolf Kunze meint, Navigationsgeräte reichten zur Orientierung völlig aus. Der Geschäftsführer von radio-ffn, Harald Gehrung, macht vor allem Sicherheitsbedenken für seine Ablehnung des Google Dienstes geltend.
Noch nicht entschieden hat sich Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Grundsätzlich meint er, nicht alles müsse in die Öffentlichkeit getragen werden. Die Kirchengemeinden sollten allerdings keinen Widerspruch einlegen, stellt er klar. „Die Kirche ist öffentlich.“ Die Chefin des Paritätischen in Niedersachsen, Cornelia Rundt, sieht durch Street View ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.
96-Profi Altin Lala meint: „Die Reality-Show geht weiter, irgendwann haben wir Big-Brother-Verhältnisse.“
red.
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