Der Brauriese Inbev hat für die hannoversche Gilde-Brauerei keinen Käufer gefunden. „Wir stellen alle Gespräche ein und werden die Brauerei in eigener Regie weiter betreiben“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Gleichzeitig gab Inbev zudem bekannt, dass 33 der derzeit noch 84 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Die Belegschaft wurde von dieser Nachricht überrascht. „Hier herrscht starke Betroffenheit“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Frank Heinz. Man wolle um sozialverträgliche Lösungen kämpfen.
Inbev hatte die Gilde seit Beginn des Jahres offensiv zum Verkauf angeboten. Die hannoversche Brauerei kann 1,8 Millionen Hektoliter jährlich produzieren. Alle Gilde-Marken zusammen bringen es aber nur auf 200.000 Hektoliter. Weitere Kapazitäten sind durch sogenannte Lohnbrauaufträge ausgenutzt worden, bei denen Bier für Discountmärkte gebraut wird. Einer davon kam vom Frankfurter Brauhaus aus Brandenburg, die auch lange als ernsthafter Kaufinteressant galt.
In Zukunft will Inbev diese Lohnbrauaufträge nicht mehr annehmen. Wie es heißt, wolle man damit die eigenen Marken gegen Billigkonkurrenz schützen. „Wir bedauern, dass von den jetzt notwendigen Kapazitätsanpassungen auch Mitarbeiter betroffen sind“, sagt Deutschland-Chef Chris Cools. Man fokussiere sich auf die großen Marken wie Beck’s und Hasseröder. Gilde zähle zu den sogenannten Regionalmarken, die man durch „regionales Sponsoring über Sportvereine oder Stadtfeste unterstützen werde.“
Der Braugigant hatte seine Marketingaktivitäten sowie sein Engagement in der Gastronomieszene für Gilde zuletzt spürbar zurückgefahren und musste sich deshalb Vorwürfe anhören, er lasse die etablierte Marke verlottern.
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