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Gastvorträge

Käßmann lehrt für vier Monate in den USA

Von Michael B. Berger

Nach einer Phase innerer Einkehr kehrt Hannovers frühere Landesbischöfin Margot Käßmann nach und nach in die Öffentlichkeit zurück. Der Evangelische Pressedienst meldet, dass die zurückgetretene Landesbischöfin im August in die USA ziehen werde, für vier Monate.
Für vier Monate geht Margot Käßmann in die USA.

Für vier Monate geht Margot Käßmann in die USA.

© Decker (Archiv)

Käßmann werde im Herbstsemester Gastvorträge an der Emory-University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia übernehmen. Die von Methodisten im Südosten der USA gegründete Hochschule ist nicht nur für ihre religiösen Studien bekannt, sondern zählt insgesamt zu den angesehensten Universitäten der Vereinigten Staaten. Zu den Gastprofessoren an der Emory-University gehört neben dem früheren amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter auch der Dalai-Lama, der im Oktober auf dem Campus zu Gast sein wird.

Die 51 Jahre alte Bischöfin war am 24. Februar überraschend von allen Ämtern zurückgetreten – als Konsequenz einer Autofahrt mit 1,54 Promille. Sie hat sich seitdem völlig zurückgezogen, vor kurzem aber angekündigt, Mitte Mai auf dem Ökumenischen Kirchentag in München wieder aufzutreten, mit Bibelarbeiten und Vorträgen. Schon vor ihrem Rücktritt war Käßmann der Star der Kirchentage. „Das dürfte sich jetzt noch steigern“, heißt es bei den Veranstaltern.

Formell ist die Theologin, die zehn Jahre lang der hannoverschen Landeskirche vorstand, einfache Pastorin. Allerdings bezieht sie weiterhin ihr früheres Gehalt und darf noch bis zum Herbst in der (vergleichsweise bescheidenen) Dienstwohnung der Bischöfin wohnen bleiben. Derzeit befindet sie sich auf einer inoffiziellen Abschiedstour. So wurde Käßmann diese Woche mit Applaus und auch mit Tränen (von weiblichen Fans) auf der Versammlung aller Superintendenten in Loccum verabschiedet. „Die Stimmung ist dann aber von hoher Emotionalität zur Normalität übergegangen“, berichtete ein Teilnehmer: „Sie hat darum gebeten, ja nicht in Trauerstimmung zu verfallen.“

Ihren ersten Auftritt als Predigerin in der hannoverschen Marktkirche wird sie am 30. Mai haben. Was sie nach ihrem USA-Aufenthalt macht, ist noch ungewiss. In Loccum sagte sie, sie wisse es selbst noch nicht. Wer in Hannover ihr Nachfolger wird, ist noch völlig unklar.

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