Manuela Thürnau nimmt Lenya mit zur Arbeit.
Die Einrichtung hatte wegen des Streiks geschlossen. „Mal wieder“, sagt die Mutter. Grundsätzlich findet sie es zwar in Ordnung, wenn Beschäftigte für mehr Lohn streiken. Doch wie viele andere Eltern erinnert sich auch Manuela Thürnau noch gut an das vergangene Jahr, als die 34 städtischen Kitas wegen der Streiks der Erzieher an zwölf Tagen geschlossen waren und viele Eltern vor einem großen Betreuungsproblem standen. Nun sorgen sich nicht wenige, dass sich dies im aktuellen Arbeitskampf wiederholen könnte. „Es gibt Eltern, die Angst haben, dass wieder so massiv gestreikt wird“, sagte gestern Georg Weil, Sprecher des Kita-Stadtelternrats. Die Elternvertretung äußerte sich gemeinsam mit dem Gesamtelternbeirat der Städtischen Kitas kritisch zu den groß angelegten Warnstreiks.
Wieder müssten die Eltern die Sparzwänge von Stadt und Kommune „ausbaden“, hieß es in einer Erklärung. Grundsätzlich stehe man hinter den Forderungen der Erzieher nach besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen, sagte Weil. Es sei auch klar, dass die Erzieher ihre Arbeit mit „Bauchweh“ niederlegten. „Es darf aber keinen Streik mehr geben“, forderte Weil. Er kritisierte, dass es für den Montag keine Notdienstgruppen gegeben habe und viele Eltern erneut Urlaub für die Betreuung nehmen mussten. Aus dem Rathaus hatte es in der vergangenen Woche geheißen, eine Notdienstvereinbarung könne man nicht für einen Tag abschließen.Wie es in den Kitas weitergeht, wird die Verhandlungsrunde am Mittwoch und Donnerstag zeigen.
Manuela Thürnau jedenfalls hat den Streiktag gut überstanden – und Tochter Lenya hat’s gefreut. Sie durfte mit ihrer Mutter zur Arbeit.
sup