Nach der Großkontrolle der Polizei im Steintorviertel am vergangenen Wochenende haben sich nun die Betreiber der Klubs auf der Amüsiermeile zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme kritisieren sie das Vorgehen der Polizei scharf. Die Aktion sei für sie ein „Schlag ins Gesicht“ gewesen. „Die Ordnungsbehörden sollten nicht hart arbeitende Steuerzahler dieser Stadt diskriminieren und deren Erfolg mit derartigen Aktionen gefährden“, fordern die Steintor-Wirte.
Die Polizei hat angekündigt, künftig regelmäßiger und stärker als bisher, vor allem an den Wochenenden, auf der Rotlicht- und Partymeile Präsenz zu zeigen. Hintergrund der geänderten Einsatztaktik ist die gleichbleibend hohe Anzahl von Straftaten in diesem Quartier. Der Behörde ist es darüber hinaus ein Dorn im Auge, dass sich die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die zum Teil Mitglieder bei den Hells Angels rund um Rocker-Chef Frank Hanebuth sind und bei den meisten Klubs die Einlasskontrollen regeln, zunehmend als „Steintor-Polizei“ begreifen.
In ihrer Stellungnahme widersprechen die Diskotheken- und Barbetreiber dieser Einschätzung. Die Mitarbeiter der Security führten sich keinesfalls als Ersatzpolizei auf und versuchten ausschließlich, die Sicherheit der Gäste in den Klubs zu gewährleisten. „Wir wünschen uns, dass die Polizei maßvolle und zielgerichtete Entscheidungen trifft und nicht noch einmal am Steintor so aufschlägt, als würde es noch wie in den neunziger Jahren lebensgefährlich für die Gäste sein, sich hier zu bewegen“, heißt es in der Mitteilung, die von den Betreibern der „Sansibar“, des „Kiez Club“, der „Intensivstation“, des „Heartbreak Hotel“, des „Eve Klub“, des „Rocker“ und der „Havanna-Bar“ unterstützt wird.
Sie haben die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Stadtrat zu einem Treffen am Steintor eingeladen. „Sie sollen sich mal selbst ein Bild von dem Viertel hier machen, bevor sie Dinge in die Welt setzen, die nicht stimmen“, sagte Werner Schenk vom Klub „Intensivstation“. Er bezog sich unter anderem auf Äußerungen der Grünen. Deren Fraktion hat für die nächste Stadtratssitzung eine Anfrage angekündigt. Die Politiker wollen von der Verwaltung unter anderem wissen, in welchen Formen es offizielle Verbindungen oder eine Zusammenarbeit zwischen den Hells Angels und der Stadt gibt.
Die Polizei wiederum reagierte mit großer Verwunderung auf die Aussagen der Steintor-Wirte. „Anderswo in der Stadt freuen sich Geschäftsleute über Polizeipräsenz. Wieso eigentlich nicht die Gastronomen am Steintor?“, schreibt Behördensprecher Stefan Wittke in einer Mitteilung. Steintor-Türsteher hätten in jüngerer Vergangenheit ihre Kompetenzen überschritten und sich gegenüber der Polizei unkooperativ verhalten. Angesichts dieser Tatsache und der nach wie vor hohen Zahl der Straftaten sei die Polizeidirektion zuversichtlich, dass sich Gastronomen und Besucher des Viertels „recht bald an die häufigeren Begegnungen mit uniformierten Beamten“ gewöhnen werden.
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Kommentare
wirte wehren sich..?? sven – 29.11.10
warum sollten sie sich auch nicht wehren, ich würde auch ungern die Polizei bei mir sehen wenn ich soviel Dreck am stecken habe, die Hälfte des Drogenhandel läuft doch hier ab, Schutzgeld Erpressung an prostituierte ist doch völlig normal geworden und von Gewalt abgesehen läuft doch die Maschinerie der HA doch ganz gut. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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