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Liberalisierter Busverkehr

Konzept für ZOB-Umbau muss überdacht werden

Von Andreas Schinkel

Als eine der hässlichsten Ecken in Hannovers Innenstadt gilt der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) am Raschplatz. Seit Jahren liegen Pläne für einen neuen, wesentlich kleineren Busbahnhof in der Schublade der Bauverwaltung. Doch es mehren sich Zweifel, ob dieses Konzept noch zeitgemäß ist.
Alles zurück auf Los beim ZOB? Der Zentrale Omnibusbahnhof gilt als eine der hässlichsten Ecken der Stadt – doch das bisherige Konzept zur Umgestaltung steht unter Vorbehalt.

Alles zurück auf Los beim ZOB? Der Zentrale Omnibusbahnhof gilt als eine der hässlichsten Ecken der Stadt – doch das bisherige Konzept zur Umgestaltung steht unter Vorbehalt.

© Martin Steiner

Bernward Franzky, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), meint: „Hannover wird im künftigen Buslinienverkehr zum Drehkreuz für alle Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen.“ Deshalb sei es nicht sinnvoll, das derzeitige ZOB-Gelände auf einen kleinen Busterminal mit lediglich acht Parkbuchten am Rande der Rundestraße zu reduzieren. Er plädiert vielmehr dafür, den alten ZOB zu modernisieren und fit für den Ansturm der Fernbusse zu machen. Auch Vertreter der Grünen und der CDU im Rat der Stadt legen der Verwaltung nahe, ihre Neubaupläne für einen kleineren Busbahnhof noch einmal zu überdenken.

Anlass der Debatte ist eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes, die die Bundesregierung noch in diesem Jahr anstrebt. Künftig sollen der Wettbewerbsschutz für den Schienenverkehr gelockert und Busverbindungen zwischen den Städten in Deutschland ermöglicht werden.

„In Hannover brauchen wir einen großen Busbahnhof, um den steigenden Reiseverkehr zu bewältigen“, sagt der hannoversche Bundestagsabgeordnete und FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring. Alle Betreiber von Busbahnhöfen in Deutschland machten sich derzeit Gedanken, wie man auf die Zunahme der Fernbusse reagieren müsse, da könne Hannover nicht einfach an Konzepten festhalten, die mehrere Jahre alt sind.

Auch das Verkehrsunternehmen RegioBus fordert einen größeren ZOB. „Das alte Gelände ist eigentlich gut geeignet, es müsste nur hergerichtet werden“, sagt der Leiter der Verkehrsplanung, Dirk Saniter. Kundenfreundlicher und vor allem sauberer müsste der alte ZOB werden. Insgesamt drei Linien, die die Umlandgemeinden mit Hannover verbinden, steuern den Endpunkt ZOB an. Nach den bisherigen Plänen der Stadt sollen die Regio-Busse nicht mehr im neuen Busterminal untergebracht werden, sondern an Stationen entlang der verlängerten Lister Meile halten. Für die Pausenzeiten der Fahrer will die Stadt Parkplätze entlang der Rundestraße einrichten. „Wenn es dann im neuen Busterminal zu voll sein sollte, werden die Reisebusse auf unsere Parkflächen ausweichen“, fürchtet Saniter.

Also alles zurück auf Los beim ZOB? In der Bauverwaltung zögert man noch. „Wir werden bei unseren Planungen eine Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes berücksichtigen“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann. Nach Informationen dieser Zeitung wollte die Stadt bereits Ende kommenden Jahres einen neuen Reisebusbahnhof errichten – unabhängig davon, ob sich ein Investor für die Bebauung des alten ZOBs findet. Mit der Suchthilfeeinrichtung Step hatte man schon einen Betreiber für die Serviceeinrichtungen auf dem künftigen Busbahnhof an der Hand. Und sogar die für den Bau kalkulierten vier Millionen Euro waren nach Angaben der Kämmerei längst im Haushalt eingeplant. Doch stehen diese Pläne jetzt unter Vorbehalt.

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