Die Übernahmepläne mehrerer Brauereien im Bezug auf die insolvente Herrenhäuser Brauerei sorgen bei den Mitarbeitern des Traditionsunternehmens für Verunsicherung. Sie befürchten, Interessenten wie Wolters oder Einbecker könnten bei einem Kauf von Herrenhäuser Arbeitsplätze am Standort Hannover abbauen. Bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) ärgerte man sich gestern deswegen darüber, dass die Angebote der beiden Brauereien überhaupt öffentlich wurden. „Ich finde es unverschämt, wenn jemand einen Betrieb schlechtredet, für den er ein Angebot unterbreitet hat“, sagte NGG-Sekretär Thomas Bernhard.
Am Mittwoch hatten verschiedene Interessenten dem Gläubigerausschuss von Herrenhäuser Konzepte vorgestellt. Darunter war auch Herrenhäuser-Eigner Manfred Middendorff, der das Unternehmen im Rahmen einer sogenannten Planinsolvenz unter strenger Aufsicht weiterführen will. Insolvenzverwalter Torsten Gutmann teilte schriftlich mit, eine Entscheidung über Planinsolvenz oder Verkauf könne „jetzt noch nicht getroffen werden“. Bei beiden Varianten seien noch Fragen zu klären. „Es ist davon auszugehen, dass eine Entscheidung erst in den nächsten Wochen fallen kann“, schreibt Gutmann. Demnach werde es auch bei der Gutachterversammlung am kommenden Mittwoch noch kein abschließendes Votum über Sanierung oder Verkauf geben. Der Geschäftsbetrieb werde zurzeit weiterhin im Insolvenzverfahren „mit guten Ergebnissen fortgeführt“.
Die Gewerkschaft spricht sich unterdessen nicht klar für oder gegen einen der Bewerber aus. „Wir favorisieren ein Konzept, in dem möglichst alle Mitarbeiter möglichst langfristig beschäftigt werden“, sagt Sekretär Bernhard. Ziel sei es, dass die Arbeitsplätze „in Hannover, bei einer hannoverschen Brauerei, am besten mit dem Namen Herrenhäuser“ erhalten blieben.
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