Einige Mitarbeiter der Brauerei sollen seit Herbst 2009 kein Gehalt ausgezahlt bekommen haben.
Mitarbeiter der Herrenhäuser-Brauerei warten auf ihre Gehälter: Beim Arbeitsgericht Hannover sind 21 Zahlungsklagen „Die Klagen ruhen, bis das Insolvenzverfahren abgeschlossen sind“, sagte Direktor Kilian Wucherpfennig.
Herrenhäuser-Chef Manfred Middendorff hatte zuletzt angegeben, dass alle Zahlungsansprüche abgegolten seien. „Dies gilt aber nur für Ansprüche aus den vergangenen drei Monaten, die die Agentur für Arbeit als Insolvenzausfallgeld ausgezahlt hat – von der Brauerei kam da nichts“, sagt Rechtsanwalt Erik Weidemann. Er dagegen habe einige Mandanten, die seit Herbst 2009 kein Gehalt mehr bekommen hätten – bei ihnen seien noch mehrere Tausend Euro offen. Weidemann glaubt aber nicht, dass sich die Kläger noch große Hoffnungen auf die Zahlungen machen können. Am Ende der Insolvenzverfahren sollen die Tochtergesellschaften – dort waren die Mitarbeiter angestellt – aufgelöst werden. Die Gläubiger erhielten dann eine Quotenzahlung aus freigesetzten Barschaften. Nach Weidemanns Erfahrung liegt diese Quote nur bei null bis zehn Prozent.
Karina Schwarz, Insolvenzverwalterin für zwei Tochtergesellschaften, spricht dagegen von 40 bis 50 Prozent. Genug Vermögen sei da, schon allein aus den Pfändungen, die sich Fiskus und Krankenkassen zuvor erwirkt hatten, ergäben sich „erhebliche Ansprüche“. Schon im April waren sämtliche Mitarbeiter in die ebenfalls insolvente Betriebsgesellschaft gewechselt. Für ihre Motivation sei es ganz wichtig gewesen, dass die Agentur für Arbeit das Insolvenzausfallgeld innerhalb kürzester Zeit an sie ausgezahlt habe, lobte Schwarz die Behörde.
Sonja Fröhlich