Hannover. Das ist Camper-Wunderland: Zwischen perfekt polierten Wohnwagen und Wohnmobilen, stets lächelnden Beratern in teuren Anzügen mit Hochglanzbroschüren und Prosecco-Piccolo steht plötzlich ein eingezäunter Garten mit Biertischgarnituren. Ein paar Stehtische daneben setzen hellblaue Plastiktischdecken in Szene. Darauf steht ein Schild, das für Bockwurst, Schmalzbrot und Erbsensuppe wirbt. Dazu gibt’s am Tresen Bier und einen Kräuterschnaps namens Keilerschluck. Es ist 13 Uhr in der Halle 25, und Wirt Heinz Weichelt zapft eifrig. „Den Schnaps gibt’s in Apotheken auf Rezept“, ruft er einem Gast hinterher. Gelächter. Am Brötchentresen steht ein Oberlippenbartträger im Freizeitpulli. „Ich nehme noch ein Brötchen, Teller habe ich mitgebracht“, ruft er und knallt ein Pappschälchen auf die Ablage. Die Mitglieder des Camping-Clubs Weserbergland lachen. Man kennt sich. Camper unter sich.
Seit acht Jahren kommen die Klubmitglieder nach Hannover und backen ehrenamtlich Brötchen. „Die Stammkunden kennen uns. Wir nehmen freundliche Preise. Wir sind ehrliche Leute“, sagt Karin Henkel und blickt fast stolz in die Runde von fünfzig Gästen, die gern wiederkommen. Und vielleicht ist es genau das Rezept für einen gelungenen Campingaufenthalt, für den bei der ABF Tausende das richtige Fahrzeug suchen. „Als Camper kommt man sehr schnell mit anderen in Kontakt“, sagt Helmut Bültemeier, der mit seiner Frau Inge aus Porta Westfalica nach Hannover gekommen ist, um neue Wohnwagen anzuschauen. „Man hilft sich auch, wenn mal angeschoben werden muss. In einem Hotelzimmer ist man doch eher isoliert“, sagt der 70-Jährige.
Das sehen auch Jürgen und Elke Geißler aus Ehlershausen so. Schon oft haben sie sich ein Wohnmobil ausgeliehen und sind nach Italien und Frankreich gefahren. Nun suchen sie nach einem kleineren Fahrzeug. „Mit den großen Wagen findet man nie einen Parkplatz“, sagt Jürgen Geißler. Aber damit nach Norwegen zu fahren, reizt das Paar dann doch. Man wolle ja nur schauen. Auf Norwegen schwört auch Klaus Hahn vom gleichnamigen Campingausrüster. Er war dort gerade vier Monate mit dem Wohnmobil unterwegs. „Jeden Morgen ein anderes Grundstück“, sagt er mit einem Lächeln. Campingreisen seien ungezwungen, man ist an der frischen Luft. „Und wenn der Ort doof ist, fährt man einfach weiter.“
Den nötigen Komfort bieten dafür Händler wie Jürgen Hujer, der einen Trend zu preisgünstigen, kleineren Modellen ausgemacht hat. „Aber das sind Trends. Man hat auch einmal Kleiderschränke unter das Bett gebaut, aber da haben vor allem die Frauen nicht mitgemacht“, sagt Hujer. Nun gibt es wieder normale Kleiderschränke. Gute Wohnmobile bieten eben vor allem Verlässlichkeit. Das passt perfekt zu den ABF-Campern.
Jan Sedelies
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