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Brauerei

Neuer Engpass bei Herrenhäuser

Die Herrenhäuser Brauerei hat erneut einen Liquiditätsengpass. Das bestätigte Sprecher Rafael Rybrandt gestern gegenüber dieser Zeitung. Er erklärte die Situation mit einer Strafanzeige, durch die das Unternehmen im April öffentlich in die Nähe einer Insolvenz gerückt worden sei.
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Die Herrenhäuser Brauerei hat erneut einen Liquiditätsengpass.

Die Herrenhäuser Brauerei hat erneut einen Liquiditätsengpass.

© Frank Wilde

„Das hat der Brauerei sehr geschadet“, sagte Rybrandt. Zwar habe die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ihre Anzeige wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung wenige Tage später zurückgezogen, doch habe die Brauerei seit der Anzeige einen deutlich schwereren Stand im Umgang mit Geschäftspartnern. „Wir sind dabei, unsere Außenstände mühsam abzuarbeiten“, sagte Rybrandt. Eine Insolvenz sei kein Thema. Keiner der rund 150 Angestellten müsse um seinen Arbeitsplatz fürchten. Die Brauerei werde das Geschäftsjahr voraussichtlich sogar mit einem leichten Plus abschließen. „Wir spüren eine Hinwendung der Verbraucher zu regionalen Bieren“, sagte Rybrandt. Insofern profitiere die Brauerei davon, dass die Krise um die Gilde vielen Hannoveranern die schwierige Marktlage regionaler Brauereien vor Augen geführt habe.

Offensichtlich wurde der Liquiditätsengpass am Donnerstag bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Ein ehemaliger Flaschenkellermeister der Brauerei hatte geklagt, weil das Unternehmen zum wiederholten Mal mit der Zahlung seiner Betriebsrente im Rückstand ist. Richter Heinz Bill stellte fest, dass die Brauerei die Zahlungen umgehend zu leisten habe – insgesamt 1241,46 Euro für die Monate April bis September. Bill gab der Vertreterin der Brauerei mit auf den Weg, dass man „Insolvenzprobleme lösen muss, wenn es welche gibt“. Schließlich habe er in den vergangenen Monaten mehrere vergleichbare Verfahren erlebt. Die Herrenhäuser Brauerei hatte den Kläger im Juni schriftlich um Verständnis gebeten, da die Rentenzahlungen jeden Monat aus dem laufenden Betriebsergebnis erwirtschaftet werden müssten.

Die verspätete Zahlung von Gehältern und Betriebsrenten bei der Herrenhäuser Brauerei war im April auch der Anlass für die NGG gewesen, Anzeige wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung zu erstatten. Damals vermittelte die ehemalige Landesministerin Heidi Merk. NGG-Geschäftsführer Hans-Werner Maier hatte nach Einsicht in die Bücher die Anzeige zurückgezogen, da er die Brauerei auf dem richtigen Weg gesehen hatte. Der Liquiditätsengpass sei lediglich durch verspätete Kundenzahlungen entstanden, sagte Maier damals. Brauereichef Manfred Middendorff hatte zugesichert, die Rückstände spätestens im Mai aufgearbeitet zu haben. Die Gewerkschaft war gestern nicht erreichbar.

[Rüdiger Meise]

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