Der Raschplatzpavillon in Hannover.
Die Zukunft des Raschplatzpavillons ist gesichert. Mit rotgrüner Mehrheit stimmte der Rat der Stadt am Donnerstag für die rund sechs Millionen Euro teure Sanierung des Kulturzentrums. Ausgenommen von dem Vorhaben ist das bisher von der Volkshochschule genutzte Obergeschoss. Eigentlich wollte die Stadt diese Etage abreißen lassen, doch die rot-grüne Koalition im Rat entschied, der Bürgerinitiative Raschplatz, die das Kulturzentrum betreibt, ein Jahr Zeit zu lassen, um Geld für eine Sanierung des Stockwerks aufzubringen.
Zugleich forderte Rot-Grün die Stadt auf, ein Konzept für einen Neubau auf dem angrenzenden Andreas-Hermes-Platz vorzulegen. In dem neuen Gebäude sollen die Volkshochschule, die Stadtbücherei und eine Kita untergebracht werden. Derzeit wird in den Parteien auch diskutiert, ob in dem Neubau weitere Abteilungen der Verwaltung Platz finden könnten, sodass eine Art zweites Rathaus entstünde.
Die Ratsmehrheit feierte den Beschluss als einen Durchbruch, der endlich den Erhalt des Pavillons sichere. „Das ist ein guter Tag für die Kultur in der Stadt“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Lothar Schlieckau. Zusammen mit dem geplanten VHS-Neubau könne der Raschplatz zum neuen Anziehungspunkt für Kultur und Bildung werden. Auch Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD, freute sich über „eine Fortsetzung der 30-jährigen erfolgreichen Arbeit des Kulturzentrums“.
Aus der Opposition hagelte es indes Kritik: „Da wird eine städtebauliche Missgeburt erhalten“, ätzte CDU-Ratsherr Hans-Georg Hellmann. Die FDP betonte, zwar hinter der Arbeit der Kulturschaffenden im Pavillon zu stehen, die Sanierung aber lieber einem privaten Investor überlassen zu wollen. „Man könnte vertraglich festschreiben, wie das Gebäude genutzt wird“, sagte FDP-Ratsherr Nils Tilsen. Außerdem sehe er nicht ein, warum der Pavillon nur in sogenanntem Einfachstandard saniert werde, während bei allen übrigen Umbauprojekten der Stadt penibel auf moderne Dämm- und Heiztechnik geachtet werde. So ganz von der Hand weisen konnte selbst Umweltdezernent Hans Mönninghoff (Grüne) den Einwand nicht. „Eigentlich müsste der Pavillon abgerissen werden“, sagte er an anderer Stelle der Ratssitzung. Doch wollte man das marode Gebäude in ein Passivhaus verwandeln, wäre die Verwaltung gezwungen, das nötige Geld aus dem Schulsanierungsprogramm abzuziehen. „Dann hätten wir zwei Schulen weniger sanieren können“, sagte Mönninghoff.
Andreas Schinkel