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Brauerei

Rettungsplan für Herrenhäuser steht

Bis Ende der Woche wird sich das weitere Schicksal der Herrenhäuser Brauerei entscheiden. Die Beteiligten haben sich am Dienstag auf einen Rettungsplan geeinigt, von dem sie optimistisch sind, dass er funktioniert.
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Ein Rettungsplan für die insolvente Brauerei Herrenhäuser steht.

Ein Rettungsplan für die insolvente Brauerei Herrenhäuser steht.

© Wilde

Für die 67 Beschäftigten, denen die Brauerei teils über mehrere Monate Lohn schuldig geblieben war, soll in der kommenden Woche wieder Geld fließen. Für Mittwochmorgen sind Malzlieferungen angekündigt, sodass Herrenhäuser wieder brauen kann.

Insolvenzverwalter, Arbeitnehmervertreter und Geschäftsführung haben verabredet, dass die Tochtergesellschaft HPT, in der sich fast das gesamte Personal befindet, am Freitag in die Insolvenz gehen soll. Damit hätten die Beschäftigten sofort Anspruch auf Insolvenzausfallgeld vom Arbeitsamt, das für drei Monate rückwirkend bezahlt wird. „Erfahrungsgemäß fließen bis zu zwei Drittel auf einen Schlag“, sagt Thomas Bernhard von der Gewerkschaft NGG. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen darauf dringen, dass peu à peu auch die restlichen Außenstände gegenüber der Belegschaft beglichen werden.

Die Mitarbeiter sollen dann von der HPT in die eigentliche Brauereigesellschaft wechseln. Dies ist ein heikler Punkt. Aus juristischen Gründen müssen sie zunächst bei ihrem jetzigen Arbeitgeber kündigen und dann den neuen Vertrag unterschreiben. „Wir empfehlen die Kündigung nur, wenn die Brauereigesellschaft sie zu gleichen Bedingungen wie bisher anstellt“, sagt Bernhard. Ihm schwebt vor, dass Kündigungsschreiben und neuer Vertrag zur Unterschrift nebeneinander liegen. Dem Verfahren muss aber der Gläubigerausschuss der in der vorläufigen Insolvenz steckenden Brauereigesellschaft zustimmen. „Wenn das nicht funktioniert, würde das das Ende der Brauerei bedeuten“, betont der Gewerkschaftssekretär.

Bei Herrenhäuser herrscht Zuversicht, dass es zum Ernstfall nicht kommt und die alteingesessene Biermarke weiter existieren kann. Sie war vor allem durch Steuerschulden und durch eine unterfinanzierte Betriebsrentenkasse in die Schieflage geraten. Als dann noch im Winter die obligatorischen Absatzrückgänge auftraten, ging der Brauerei endgültig das Geld aus.

„Wir haben volle Auftragsbücher“, hatte Geschäftsführer Manfred Middendorff am Montag betont. Dass nun wieder Rohstoffe kommen, bewahrt ihn vor weiterem Ungemach: Die Tanks waren fast leer – der Brauerei drohte das Bier auszugehen.

[Bernd Haase]

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