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„Wer wird Millionär?“-Gewinner

Riesiger Andrang beim Quizabend in Ralf Schnoors „Café K“

Von Stefanie Kaune

Vor einer Woche hat Wirt Ralf Schnoor aus Hannover eine Million Euro beim Fernsehquiz von Günther Jauch gewonnen. Bei seinem eigenen Quizabend im „Café K“ in Linden-Mitte war am Sonnabend prompt riesiger Andrang.
Isabella (links) und Maja Farahbod gratulieren Ralf Schnoor (rechts) nachträglich zum Gewinn, Peter Düker wartet derweil mit seinen Fragen.

Isabella (links) und Maja Farahbod gratulieren Ralf Schnoor (rechts) nachträglich zum Gewinn, Peter Düker wartet derweil mit seinen Fragen.

© Martin Steiner

Eine Warteliste haben sie angefertigt für diesen Abend. So etwas kannte man bisher bei Kita- und Studienplätzen oder bei Stadtteilgaragen in der List. Doch nun ist es damit auch so weit bei einer lustig-lehrreichen Abendunterhaltung in Linden, beim Tablequiz im „Café K“. Seit Inhaber Ralf Schnoor vor einer guten Woche bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“ die Million gewonnen hat, wollen auch viele ins „Café K“, die es bisher noch nicht kannten. Und das natürlich am besten beim legendären Tablequiz, durch das Ideengeber Schnoor so gut im Training für Jauchs Fragen war. Alle 14 Tage sonnabends ist Quiz-Zeit, am Wochenende wurde wieder gefragt und geantwortet.

„Wir waren so schnell ausgebucht, dass wir die Anfragen schließlich auf eine Liste gesetzt haben, falls noch jemand absagen sollte“, erzählt Lana Fritzsche, Mitarbeiterin im „Café K“. Und man hat improvisiert, Stühle und Tische der Außenmöblierung dazugestellt, um ein paar Plätze mehr zu schaffen.

Richtig voll ist es also am Sonnabendabend, rund 100 Quizfreunde verteilen sich an den Tischen in dem langgestreckten Raum, die Fensterscheiben sind schon nach kurzer Zeit beschlagen. Die meisten sind Stammgäste, die mit Vorlauf reserviert haben. Zum ersten Mal dabei sind dagegen Elke Rosenbaum und ihre Freundin Britta Amtenbrink sowie Theo Klaprodt und Klaus Brinkmannn, die sich spontan zum Rätseltisch zusammengetan haben.

„Wir haben Ralf Schnoor im Fernsehen gesehen und gedacht: Da müssen wir hin“, erzählen die 71-Jährige aus Stadthagen und die 54-Jährige aus Barsinghausen. Rentner Klaprodt wollte auch mal schauen, und Brinkmann treibt kollegiales Interesse: „Ich moderiere das Tablequiz im ,Spektakel‘ in der Oststadt“, erklärt er, noch ehe Moderator Peter

Düker die erste von 40 Fragen stellt („Ist Gänsefuß eine Pflanze, eine anatomische Fehlbildung, ein Werkzeug oder eine Sticktechnik?“). Da weiß das zusammengewürfelte Quartett der Neulinge, das sich für den Quizabend den Namen „Auswärtsspiel“ geben hat, noch nicht, dass es am Ende mit 35,5 von 40 möglichen Punkten zum Stechen um den ersten Platz gegen das punktgleiche und schon erfahrene Team „Gans oder gar nichts“ antreten wird.

Quizvater und Neumillionär Schnoor ist selbstverständlich auch da, allerdings kürzer als sonst. Er muss noch zu einem Geburtstag, doch er lässt es sich nicht nehmen, die ausgefüllten Fragezettel der ersten von vier Runden nach der Auswertung zusammen mit Düker wieder zu verteilen. Zwischendurch muss er immer noch und immer wieder Glückwünsche entgegennehmen und Hände schütteln, und sich auch noch um den Gast kümmern, der gekommen ist, um eine Reservierung zu besprechen. Es soll ja bekanntlich alles weitergehen wie bisher im „Café K“. Dazu passt auch, dass Schnoor einem Fernsehteam, dass Sonnabend den ersten Tablequiz-Abend nach dem Millionengewinn filmen wollte, aus Rücksicht auf seine Gäste abgesagt hatte.

Beim Quiz ist jedoch ohnehin Düker durch seine Moderatorenrolle so etwas wie die Hauptperson. Seit sechs Jahren führt der Autor durch die Abende, die Fragen denkt sich Schnoor aus. Gegen 21.15 Uhr, nach Ende der ersten Runde, die sich dem jahreszeitlichen Thema „Gans“ gewidmet hat, hat er die erste Auflösung parat: Gänsefuß ist eine Kräuterpflanze. Außerdem ist unter anderem zu erfahren, dass die Gans, die goldene Eier legt, dem Märchen „Hans und die Bohnenranke“ entstammt. Dann geht es weiter mit Sprichwörtern, Musicals, Blondinenwitzen und Kino, ehe es nach einem langen, langen Abend gegen 1.15 Uhr zum Stechen kommt.

Am Ende geht der Hauptpreis, eine Weihnachtsgans, passenderweise an das Team „Gans oder gar nichts“. Dessen Teilnehmer Uwe Schirm hatte bei der Schätzfrage nach dem Gesamtalter der drei Servicekräfte des Abends besser gelegen als die „Auswärtsspieler“. Da kann Ehefrau Gabriele Schirm, die im Vorzimmer des Oberbürgermeisters arbeitet, heute am Arbeitsplatz sicher einiges erzählen. Schade nur, dass sie Vegetarierin ist. „Dann bekommt sie eben die Füllung“, meint ihr Mann.

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