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Möglichst Innenstadt meiden

Streik legt am Montag Nahverkehr in Hannover lahm

Den für Montag angekündigten größten Streik im öffentlichen Dienst seit mehr als zehn Jahren hat Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) am Sonntag scharf kritisiert. Als „unerträglich“ bezeichnete der SPD-Politiker insbesondere den Plan, den Nahverkehr 24 Stunden lang lahmzulegen.
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Ein Streik legt am Montag den Nahverkehr in Hannover lahm.

Ein Streik legt am Montag den Nahverkehr in Hannover lahm.

© Martin Steiner

„Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die Schulkinder bei diesen Witterungsverhältnissen nicht mit Bussen und Bahnen befördert werden“, sagte Jagau gestern. Offensichtlich seien sich die Gewerkschaften ihrer Verantwortung in diesem Punkt nicht bewusst.

Außer den Mitarbeitern der Nahverkehrsunternehmen Üstra und RegioBus treten heute auch die Beschäftigten des Abfallbetriebs aha, aus städtischen Kindertagesstätten und aus Verwaltungen von Stadt und Region in den Warnstreik. Zur zentralen Kundgebung auf dem Opernplatz, bei der ver.di-Chef Frank Bsirske als Hauptredner sprechen wird, werden etwa 10.000 Demonstranten erwartet. 6000 Teilnehmer der Kundgebung sollen von außerhalb kommen, dazu werden am Vormittag rund 160 Busse in der Innenstadt erwartet. Die Forderung der Gewerkschaften summieren sich auf insgesamt fünf Prozent. Außer Lohnerhöhungen sind darin aber auch neue Regelungen zur Altersteilzeit und bessere Perspektiven für Auszubildende enthalten. Den Kommunen gehen diese Forderungen zu weit.

Die Polizei rechnet wegen des Streiktags, vor allem aber wegen der drei Protestzüge zum Opernplatz, den ganzen Tag über mit einem hohen Verkehrsaufkommen. „Wer nicht unbedingt mit seinem Fahrzeug in die Innenstadt muss, sollte besser darauf verzichten“, sagt Polizeisprecherin Petra Holzhausen.

Mit erheblichen Engpässen müssen auch die Kunden von Taxiunternehmen rechnen. „Wer am Montag ein Taxi benötigt, sollte sich rechtzeitig an den Straßenrand stellen und warten, denn Reservierungen nehmen wir nicht an“, sagte Norbert Wolf von „Mein Taxi“. Auch Wolfgang Pettau, Wolfs Kollege vom Unternehmen „Hallo Taxi/3811“, erwartet keinen reibungslosen Verlauf des Streiktags: „Wir werden sicherlich den einen oder anderen Kunden nicht zufriedenstellen können, obwohl alle Fahrzeuge im Einsatz sein werden.“

Die Verkehrsmanagementzentrale will alle technischen Möglichkeiten nutzen, um anreisende Autofahrer möglichst frühzeitig auf die Situation in und um Hannover hinzuweisen. „Wir werden Mitteilungen auf die Navigationsgeräte versenden, Durchsagen im Radio veranlassen und an den Stellen, wo es möglich ist, Umleitungen ausweisen", sagt Holger Heuer. Trotzdem rechnen auch die Verkehrsexperten auf den Ausfallstraßen und an Knotenpunkten wie dem Aegi und dem Königsworther Platz für den heutigen Tag mit teilweise starken Behinderungen.

Der Streik-Tag

Öffentlicher Nahverkehr: Busse und Bahnen der Üstra bleiben heute ab 3.30 Uhr bis Betriebsschluss gegen 1 Uhr in den Depots. Auch die Busse der RegioBus fahren nicht, bis auf einige Strecken, die von Subunternehmen bedient werden. RegioBus informiert Fahrgäste darüber telefonisch unter 0511-36888790 oder 0511-990013. S-Bahnen und Züge der Bahn verkehren.

Kommunale Einrichtungen: Bestreikt werden alle 34 städtischen Kitas und vier Horte. Geschlossen bleiben ebenfalls fast alle Bürgerämter – nur die in Mitte und Ricklingen öffnen von 8 bis 14 Uhr. Dicht bleiben Ämter wie Zulassungsstelle, Ordnungs- und Sozialamt, Familienservicebüro und kommunaler Seniorenservice. Bis auf das Nord-Ost-Bad (ab 14 Uhr) bleiben auch alle Hallenbäder geschlossen.

Schulen: Unterricht findet statt.

Abfall: Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha holt heute keinen Müll ab. Die Abholung wird nachgeholt. Der Winterdienst ist aber einsatzbereit.

Krankenhäuser: Bestreikt werden alle 13 Krankenhäuser des Klinikums Region Hannover. Die Versorgung der Patienten ist aber per Notdienstvereinbarung gesichert. Behandelt werden alle Notfälle wie an Wochenenden. Planbare Operationen wurden vorgezogen oder auf später verschoben.

Agentur für Arbeit: Die Agenturen in Hannover, Barsinghausen, Garbsen, Laatzen und Langenhagen arbeiten stark eingeschränkt.

[Tobias Morchner]

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