Das hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Handelsblattes ermittelt. Am gelassensten können demnach die Hamburger nach vorne schauen. Auch auf den Plätzen dahinter liegen mit Berlin, München, Frankfurt, Köln und Stuttgart sämtlich Großstädte.
„Das ist eine tolle Sache. Spannend an der Studie ist, dass sie nichts Vergangenes bewertet, sondern nach vorne blickt“, sagt Hans-Georg Martensen, Wirtschaftsdezernent der Region. Prognos hat insgesamt sieben zukunftsträchtige Wirtschaftszweige ermittelt, die über die momentane Krise hinaus langfristig Wachstumspotenzial besitzen. Dazu zählen den Angaben zufolge mit der Gesundheitswirtschaft, der Informations- und Kommunikationstechnologie, dem Fahrzeugbau und der Logistik vier Themenfelder, die längst im Fokus der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Hannoverimpuls stehen. Die weiteren Branchen sind hochwertige Unternehmens- und Forschungsdienstleistungen, der Maschinenbau sowie die Mess-, Steuer- und Regeltechnik.
„Bundesweit arbeiten heute schon knapp 30 Prozent der Beschäftigten in diesen Wirtschaftsbereichen“, erklärte Studienleiter Peter Kaiser. Laut Zukunftsatlas haben die sieben Wirtschaftszweige im Raum Hannover einen Anteil von fast 31 Prozent an der Wertschöpfung. Beim Sieger Hamburg sind es 35 Prozent. In der Hansestadt arbeiten in den Branchen 278?000 Beschäftigte, in Hannover sind es nur knapp halb so viel.
Besonders ausgeprägt ist die starke Stellung der Region in der Gesundheitswirtschaft mit Platz neun und einem Anteil von 1,6 Prozent am gesamtdeutschen Markt. Bei der Informations- und Kommunikationstechnologie erreicht der Anteil sogar 2,3 Prozent, was für Platz 13 reicht. Im bundesweiten Vergleich bleibt der Südwesten Deutschlands der Spitzenreiter. Von den 25 Regionen mit den günstigsten wirtschaftlichen Aussichten befinden sich allein zehn in Baden-Württemberg.
Die guten Plätze von Hamburg und Hannover können am Nord-Süd-Gefälle ebenso wenig ändern wie der zweite Platz Berlins an der traurigen Lage im Osten. Wirtschaftsdezernent Martensen wertet den Zukunftsatlas als Beleg dafür, dass man die Wirtschaftsförderung in der Vergangenheit regional ausgelegt habe. „Wir lassen immerhin Nürnberg, Düsseldorf oder Bremen hinter uns. Das spricht für sich“, findet er. Andererseits stellt Studienleiter Kaiser klar, dass das Zahlen- und Tabellenwerk noch keine Aussage über die gesamte Zukunftsfähigkeit einer Region trifft. „Die Wachstumspotenziale müssen von Unternehmen, Politik und Wirtschaftsförderern auch genutzt werden“, sagt er.
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