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Eis und Schnee

Tipps fürs Winterwochenende in Hannover

Von Conrad von Meding

Bis zu minus zwölf Grad wird es am Wochenende kalt. Doch auch wenn der Maschsee nicht zum Betreten freigegeben ist: Der Winter lockt die Hannoveraner jetzt ins Freie – in der Stadt, im Umland und im Harz.
Foto: So lieber nicht: Nicht nur für Rad fahrende Kinder hält das Schnee- und Eiswetter Risiken bereit.

So lieber nicht: Nicht nur für Rad fahrende Kinder hält das Schnee- und Eiswetter Risiken bereit.

© Thomas

Hannover. Im Sommer ist die kleine Wiese am Rande der Döhrener Leine manchmal überflutet. Im Winter verwandelt Frostwetter sie oft in eine Eisbahn – auch in diesem Jahr wieder. „Hier bin ich schon vor 50 Jahren mit meiner Freundin auf dem Eis gelaufen“, sagt Brigitte Jonissek und verrät schelmisch: „Damals hatte sie noch die Kufen zum Unterschnallen, ich hatte schon die weißen Schlittschuhe.“ An diesem Freitag ist sie mit ihren Enkeln Leon (4), Rahel (4) und Jericho (1,5) gekommen. Leon und Rahel stehen noch etwas wackelig, aber mutig auf ihren Schlittschuhen.

„Wir haben im Winterzoo Schlittschuh laufen gelernt“, sagt Leon. „Und im Eisstadion waren wir auch schon“, sagt Rahel. Jetzt gibt es das kostenlose Eisvergnügen direkt vor der Haustür – ganz ungefährlich, weil das gefrorene Wasser ohnehin nur wenige Zentimeter dick ist.

Schon am Freitag hat das klare Winterwetter mit zeitweiligem Schneegestöber zahlreiche Menschen zum Wochenendauftakt ins Freie gelockt. Überall in der Stadt sah man Spaziergänger, Kinder mit Schlitten oder Eislaufkufen. Immer wieder mussten Polizeibeamte wagemutige Spaziergänger ermahnen, die sich auf das Eis von Maschsee oder Maschteich gewagt hatten. Erst am Vortag war eine 75-jährige Frau in die Herrenhäuser Graft eingebrochen. Nur durch das beherzte Zupacken eines Gärtners war sie schnell gerettet worden. „Das Betreten der Eisflächen ist lebensgefährlich und daher verboten“, sagte am Freitag Stadtsprecher Dennis Dix.

Erwachsene würden dringend gebeten, Kinder auf die Gefahren und das Verbot aufmerksam zu machen. Die Verwaltung werde den Maschsee erst freigeben, wenn flächendeckend 13 Zentimeter gemessen werden. Freitag war es an einer Stelle noch nur etwa halb so dick. Im Bereich des Strandbad-Stegs am Südufer wurden dagegen schon zwölf Zentimeter gemessen – doch schon wenige Meter weiter kann es gefährliche Bruchstellen geben. Die neue Schneedecke birgt zudem Taugefahr.

Der Südstädter Dirk Tanneberg nimmt das Risiko gelassen. Er lässt Luca (14), Lena (10) und Jill (6) ein bisschen auf dem Eis schlittern – „aber natürlich nur ganz am Rand, wo das Wasser nur knöcheltief ist“, wie er betont. Spuren im Schnee zeigen, dass hier am Ost-ufer Spaziergänger immer wieder auch weiter hinaus aufs Eis gegangen sind. „Viel zu gefährlich“, sagt Tanneberg und äußert Verständnis für die strikte Haltung der Stadt in Sachen Eisfreigabe: „Wenn der See freigegeben ist, dann wollen 50.000 Spaziergänger und Schlittschuhläufer darauf – es wäre verantwortungslos, wenn die Stadt nicht auf das Einhalten der Werte achten würde.“

Es gibt ohnehin auch andere Wintervergnügen am See. Im Strandbad etwa hält Betreiber Aspria die Temperatur im Außenbecken bei deutlich über 25 Grad. Weißer Dampf steigt vor der denkmalgeschützten Kulisse aus dem Freibecken auf. „Meine Freizeit reicht leider gerade nicht für einen Skiurlaub – aber das Aspria ist ein schöner Ersatz“, sagt Rechtsanwalt Philipp Beisteiner, der mit zwei Kollegen im Becken schwimmt. Auch Brigitte Grohs behält den kühlen Kopf im heißen Bad: „Ich bin abgehärtet und schwimme auch bei minus zehn Grad noch im Außenbecken.“ Bis zu 33 Euro kostet die Tageskarte – aber in den Abendstunden gibt es Rabatte, Karten sind schon ab 19 Euro erhältlich.

Hannovers zahlreiche Rodelberge werden wohl auch an diesem Wochenende verlassen bleiben – die dünne Schneedecke reicht bisher kaum aus, um ein echtes Abfahrtvergnügen zu ermöglichen. Dafür kommen Spaziergänger voll auf ihre Kosten. Und es müssen nicht immer Maschsee oder Eilenriede sein. Am Freitag gönnte sich Ilga Aser-Asaritis zu ihrem 61. Geburtstag einen ausgiebigen Rundgang durch Hannovers Stadtpark am Kongresszentrum. „Im Sommer sind die Stauden mit den vielen Blühern mein Lieblingsbereich“, sagt sie, „aber jetzt im Winter hat der Park seine ganz eigenen Reize.“ So ließen sich jetzt, wenn keine Blätter den Blick auf die Bäume verstellten, die eigenwilligen Oberflächen der Baumstämme viel besser unterscheiden. Auch im Hinüberschen Garten am Kloster Marienwerder oder auf den historischen Stadtfriedhöfen bietet das Wochenende traumhafte Gelegenheiten zum Schlendern durch das winterweiße Hannover.

Eisbahnen in der Stadt

Automatisch berieselte Sportplätze als Eislaufflächen: Diese Idee hannoverscher Väter und Freizeitbastler hat sich mittlerweile zum Exportschlager gemausert. „Wir bekommen sogar Anfragen aus der Schweiz“, sagt Lars Wichmann, einer der Tüftler vom TSV Limmer, nicht ohne Stolz. Auch an diesem Wochenende ist die kostenlos befahrbare Fläche wieder freigegeben, wie immer abends auch mit Flutlicht. Eine Beregnungsanlage aus speziell angeordneten Düsen und Ventilen frischt die Fläche jede Nacht auf – für diese Idee war die Initiative kürzlich von der Stadt als familienfreundliches Projekt ausgezeichnet worden.

Freitagabend war die Bahn allerdings etwas holprig. „Einige Berieseler haben zu viel Wasser gespritzt“, räumt Wichmann ein: „Hier ist pure Physik am Werk.“ Die Eisbahn Limmer ist werktags von 15 bis 17 Uhr und von 20.30 bis 22 Uhr, sowie sonnabends von 12 bis 17 Uhr und von 20.30 bis 22 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17 Uhr und von 20.30 bis 22 Uhr geöffnet. Informationen im Internet unter www.limmer-eisbahn.de.

Wie berichtet, gibt es jetzt auch beim Tennisverein Schwarz-Weiß im Norden Hannovers eine geflutete Fläche – allerdings ohne Automatikberegnung. Die Eisbahn Sahlkamp hat täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.tsvsw.de. Die Organisatoren versprechen, dass bis Sonntag geöffnet ist – mindestens.

Eislauf im Stadion

Wer Lust auf eine stets erneuerte Eislaufbahn hat, kann im Eisstadion am Pferdeturm seine Runden drehen (geöffnet am Wochenende von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr, www.eisstadion-am-pferdeturm.de). Der Eintritt kostet 3,50 Euro, ermäßigt für Kinder und Jugendliche 2,50 Euro, Sammelkarten sind preiswerter. Dort gibt es auch Leihschuhe und einen Schleifservice für Kufen. Sonntag, 19 Uhr, spielen die Indians gegen die Lausitzer Füchse.

Winterwandern im Deister

Wintersportfreunden bleibt auch im Deister vorerst nur die Hoffnung. Zwar ist auch dort ein wenig Pulverschnee gefallen, aber die Höhe von zwei Zentimetern lässt derzeit keinen Langlauf oder alpinen Skisport zu. Auch für Rodler ist die Unterlage noch zu dürftig. Trotzdem dürfte es am Wochenende voll werden, denn die Winterlandschaft bietet reizvolle Aussichten für Wanderer und Spaziergänger. Die beliebtesten Wege beginnen am Nienstedter Pass und führen auf dem Kamm des Höhenzuges zum Annaturm und zum Nordmannsturm.

Wer dem zu erwartenden Trubel dort entgehen möchte, kann als Alternative durch das Bullerbachtal wandern. Es gilt als das schönste Waldtal des Deisters, außerdem lässt sich unterwegs etwas über die Geschichte des Kohlebergbaus in der Gegend lernen. Die Tour beginnt am Naturfreundehaus, das über die Kaltenbornstraße oder die Bullerbachstraße in Barsinghausen zu erreichen ist. Die ausgeschilderte Strecke ist etwa 3,4 Kilometer lang. Doppelt so lang wird sie, wenn man Richtung Kreuzbuche hinauf zum Kamm geht.

Es bleibt eisig

Die frostigen Temperaturen bleiben uns noch länger erhalten. Noch die ganze kommende Woche über herrscht wohl Dauerfrost, wobei es zur Wochenmitte mit einer Höchsttemperatur von ein Grad unter null aus heutiger Sicht ziemlich mild werden könnte. Erst am Montag in einer Woche könnte die Eiszeit langsam zu Ende gehen. Sonnabend und Sonntag liegen die Höchsttemperaturen bei fünf Grad unter null, nachts geht es bis minus zwölf Grad herunter. Am Sonntag scheint die Sonne deutlich mehr als am eher bewölkten Sonnabend. Durch den eisigen Nordostwind fühlt es sich jedoch noch kälter an.

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