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Baufälliger Zustand

ZOB in Hannover: Politiker drängen Stadt zum Handeln

Von Andreas Schinkel

Im Streit über die Zukunft des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), eine der hässlichsten Ecken in Hannover, fordern Kommunalpolitiker die Stadt nun zum raschen Handeln auf. „Die Situation dort ist inzwischen unhaltbar geworden“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.
Politiker fordern eine schnelle sichtbare Veränderung für den ZOB.

Politiker fordern eine schnelle sichtbare Veränderung für den ZOB.

© Martin Steiner

Wie berichtet, kritisieren Busunternehmer nicht nur den baufälligen und schmutzigen Zustand des Areals. Das Verkehrsunternehmen Regiobus hatte auch moniert, dass seine wartenden Fahrgäste auf dem Bussteig immer häufiger von Betrunkenen belästigt werden.

„Man muss jetzt über einen Platzverweis für pöbelnde Trinker nachdenken“, sagt Fraktionschef Jens Seidel. Schließlich habe die Stadt andernorts genügend Hilfsangebote für Obdachlose und Drogensüchtige. „Erschreckt“ habe ihn die Haltung von Ordnungsdezernent Marc Hansmann (SPD), dass sich die Konflikte zwischen Fahrgästen und Trinkern durch eine Neukonzeption des ZOB schon irgendwie lösen würden.

Mit einem Platzverweis wollen die Grünen nicht drohen, sehen aber ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. „Wenn Bürger belästigt werden, muss die Stadt eingreifen“, sagt Fraktionsvize Michael Dette. Die Sozial- und Ordnungsdezernenten sollten sich zusammensetzen und eine Lösung finden, die etwa darin bestehen könnte, Sozialarbeiter zum ZOB zu schicken. Die Linken warnen davor, die Trinkerszene einfach zu vertreiben. „Damit verlagert man nur das Problem“, sagt Fraktionschef Michael Höntsch.

Die SPD liegt ganz auf der Linie des Ordnungsdezernenten und hofft, dass sich die Missstände mit dem Bau eines neuen Busbahnhofs von selbst erledigen. „Wir brauchen auf dem ZOB schnell eine sichtbare Veränderung“, sagt Thomas Hermann, Fraktionsvize der SPD. Er schlägt vor, mit dem Bau des geplanten, kleineren Reisebusterminals an der Rundestraße rasch zu beginnen und das alte ZOB-Areal mit einem Bauzaun zu versperren. „Dann hören dort auch die Probleme auf“, sagt er.

Ähnlich argumentiert die FDP. „Ein moderner Busbahnhof wird für die Trinker zu ungemütlich“, sagt Fraktionschef Wilfried Engelke. Ein Schandfleck wie der ZOB ziehe eben auch eine entsprechende Klientel an, die sich diesen Ort zum Treffpunkt wählt.

Doch stehen die Pläne der Stadt für ein neues Terminal seit Kurzem unter Vorbehalt. Denn Hannover könnte zu einem Knotenpunkt im Fernbuslinienverkehr werden, meinen Busunternehmer und Politiker. Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes vor, das neben dem Schienenverkehr auch Busverbindungen zwischen deutschen Städten zulassen wird. Ob für Hannover dann noch ein Busterminal mit nur acht Parkbuchten ausreicht, mag man auch in der Bauverwaltung nicht mehr beschwören.

Die FDP schlägt einen Kompromiss vor: Der alte ZOB soll bebaut werden, so wie es die Stadt vorgesehen hatte, aber ein großer Busbahnhof könne dann auf dem ehemaligen Hauptgüterbahnhof in der Nordstadt errichtet werden.

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