Zeitzeuge Salomon Finkelstein vor dem Zug der Erinnerung.
„Als ich in die Bahnhofshalle kam, habe ich Fußballfans getroffen, die einen gegnerischen Trainer als Zigeuner beschimpften“, sagte Sebastian Wertmüller in seiner Eröffnungsrede. Das führe ihm vor Augen, wie wichtig es sei, die Erinnerung an das Geschehene wachzuhalten.
Über das Leid der deportierten Kinder und Jugendlichen zu Beginn der vierziger Jahre berichtete im Anschluss der Holocaust-Überlebende Salomon Finkelstein in einer kurzen, ergreifenden Rede. „Diese Ausstellung nimmt den Opfern die Anonymität. Sonst wären sie schon längst aus dem Gedächtnis verschwunden“, sagte Finkelstein.
Finanziert wird die vom DGB unterstützte Ausstellung in diesem Jahr auch von Stadt, Region und mehreren Stiftungen. Der Trägerverein des Zuges braucht das Geld, um die Trassengebühren von 2000 Euro am Tag an die Deutsche Bahn AG zu bezahlen. Wertmüller kritisierte die Haltung des Unternehmens scharf. „Wir werden mit unserer Ausstellung quasi genauso behandelt wie ein Werbewaggon von McDonald’s“, sagte der Gewerkschafter. Ein moralisches Unding, wenn man die Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit betrachte, die nicht nur die Opfer transportiert, sondern auch noch daran verdient habe.
Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 12. November, täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.zug-der-erinnerung.eu.
von Stephan Fuhrer
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