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Kultur Alt-Bundespräsident Wulff kritisiert Xavier Naidoo
Nachrichten Kultur Alt-Bundespräsident Wulff kritisiert Xavier Naidoo
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14:02 11.05.2017
Christian Wulff will keine Naidoo-Platten mehr kaufen. Quelle: dpa/imago
Mannheim

Alt-Bundespräsident Christian Wulff (57) nimmt den Sänger Xavier Naidoo wegen seiner umstrittenen Liedtexte in die Verantwortung. „Er begibt sich in die Nähe von Totengräbern der Demokratie, in die Nähe des Hasses“, kritisierte Wulff im „Mannheimer Morgen“.

Naidoo verfüge als erfolgreicher Musiker über viel Macht. „Und wer über viel Macht verfügt, der hat auch viel Verantwortung.“ Dieser werde der Sänger aber so nicht gerecht.

Seit Wochen stehen Xavier Naidoo und die „Söhne Mannheims“ wegen des Liedes „Marionetten“ in der Kritik. Für Naidoo ist es nicht der erste Skandal.

„Ich mag seine Musik durchaus“, verriet Wulff. Er sehe aber „jedenfalls im Moment keine Veranlassung, seine Konzerte zu besuchen oder seine Platte zu kaufen“.

Radiosender distanzieren sich

Naidoo und seine Band Söhne Mannheims sehen sich dem Vorwurf des Rechtspopulismus ausgesetzt, unter anderem wegen kritischer Zeilen über Politiker in ihrem neuen Lied „Marionetten“. Anfang der Woche hatte es deswegen ein Krisentreffen zwischen der Stadt Mannheim und der Popband gegeben - Naidoo hatte danach mitgeteilt, dass das Lied zugespitzt und möglicherweise missverständlich sei. Die Radiosender NDR 2 und Bremen Vier distanzierten sich von Konzerten mit Naidoo.

Zuvor hatten Sponsoren reagiert: Die Versicherungsgesellschaft HUK-Coburg, die ein Festival mit den Söhnen Mannheims sponsort, hat sich von der Band distanziert. „Die Botschaften im Lied „Marionetten“ finden wir unakzeptabel“, teilte die Versicherungsgesellschaft mit.

Von dpa/RND/zys