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Kultur Ausstellungshighlights 2019: Ein meisterhaftes Jahr
Nachrichten Kultur Ausstellungshighlights 2019: Ein meisterhaftes Jahr
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06:04 10.01.2019
Michael Jackson ist beim US-Künstler David LeChapelle der „American Jesus“. Die Bundeskunsthalle widmet dem King of Pop eine große Ausstellung. Quelle: Francois Mori/AP/dpa
Hannover

2019 wird ein Jahr des Meistergedenken. Den Anfang macht Rembrandt van Rijn: Das Amsterdamer Rijksmuseum ehrt den Spezialisten des dramatischen Lichts 350 Jahre nach seinem Tod. Ab dem 15. Februar versammelt es unter dem schlichten Titel „All the Rembrandts“ („Alle Rembrandts“) die 22 Bilder, 60 Zeichnungen und 300 Drucke aus der Sammlung. Nach der Ausstellung restauriert das Museum das wohl bekannteste Gemälde „Die Nachtwache“ ab Juli öffentlich im Museum.

Das Bauhaus überall

Nicht zu vergessen sind aber die Meister einer ganzen Kunstschule: Das Bauhaus feiert den 100. Geburtstag. Events, Diskussionsabende und Ausstellungen gibt es bundesweit und nicht nur in Weimar, Dessau und Berlin – den Bauhaus-Standorten in Deutschland, bevor die ganzheitliche Kunstbewegung 1933 von den Nationalsozialisten ins Exil gedrängt wurde. Nach dem holprigen Auftakt im vergangenen Herbst mit dem Skandal um die Konzertabsage an die Punkband Feine Sahne Fischfilet wird 2019 auch über das politische Erbe des Bauhauses diskutiert werden. Gleichzeitig lässt sich aber auch nachvollziehen, warum wir dem Bauhaus Designklassiker, Ideen des Städtebaus oder das Konzept der Einbauküche zu verdanken haben.

Musik mit Kunst in den Deichtorhallen

In den Hamburger Deichtorhallen übernimmt ab dem 1. März ausnahmsweise mal ein Journalist das Zepter. In der Schau „Hyper! A Journey into Art and Sound“ lässt Max Dax, der ehemalige Chefredakteur der inzwischen eingestellten Musikzeitschrift „Spex“, Kunst und Musik aufeinanderprallen.

King of Pop: Michael Jackson in der Bundeskunsthalle

Ein König und kein Meister: Die Bundeskunsthalle entführt in die glitzernde Popwelt. Die Ausstellung „Michael Jackson: On The Wall“ untersucht ab dem 22. März den Einfluss des King of Pop auf die Kunst. Die Arbeiten von Keith Haring, Paul McCarthy, Andy Warhol und Isa Genzken sollen einen neuen Blick auf den widersprüchlichen Popstar ermöglichen, Skandale im Privaten bleiben eher Nebensache. Ein Highlight: 16 junge Leute singen in der Videoarbeit „King“ von Candice Breitz den Song „Thriller“ nach – in der unbeholfenen Art von Fans, die ihrem Idol nacheifern.

Emil Nolde: Ein Meistersturz in Berlin?

Den Sturz eines Meisters könnte die Schau „Emil Nolde – eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus“ ab dem 12. April im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin zur Folge haben. Schließlich betrachten die Kuratoren hier einen Widerspruch: Emil Nolde wurde von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, gleichzeitig war der Schleswig-Holsteiner aber auch bekennendes NSDAP-Mitglied.

Biennale – Zeitgeist in Venedig

Während die großen Meisterausstellungen den Blick zurückwerfen, verschreibt sich die Biennale in Venedig vom 11. Mai bis zum 24. November dem Zeitgeist: „May You Live in Interesting Times“ (Mögest du in interessanten Zeiten leben) heißt das Motto der wiederkehrenden Massenschau. Im deutschen Pavillon stellt die iranisch-deutsche Installations- und Videokünstlerin Natascha Süder Happelmann alias Natascha Sadr Hadghighian aus.

Ai Weiwei: Kunststar in Düsseldorf

Nachdem Ai Weiwei im vergangenen Sommer Deutschland als Hauptwohnsitz den Rücken gekehrt hat, kommt er nun mit einer Einzelausstellung nach Düsseldorf. Der Kunststar zeigt ab dem 15. Mai erstmals in Europa seine Installation „Straight“, die aus 164 Tonnen Betonstahl besteht, den der Künstler 2008 nach einem verheerenden Erdbeben aus Sichuan geborgen hat. Zahlreiche Schulkinder kamen bei der Katastrophe ums Leben. Die Recherchen über die Folgen des Erdbebens brachten Ai Weiwei die Aufmerksamkeit der chinesischen Regierung ein, die ihn fortan verfolgte.

Leonardo da Vinci: Megaschau im Pariser Louvre

Auch des Universalgenies Leonardo da Vinci wird im Jahr seines 500. Todestages gedacht. Der Louvre in Paris will dafür im Herbst alle bekannten Gemälde des Malers vereinen. Ob auch der Salvator Mundizu sehen sein wird, hat das Museum noch nicht bestätigt. Das teuerste Gemälde der Welt ist seit dem Kauf – vermutlich durch den Kronprinzen von Saudi-Arabien – nicht mehr gesehen worden.

Van Gogh: Eine große Liebe in Frankfurt

Wie sich die Deutschen mit ihrem Idol Vincent van Gogh auseinandersetzen, untersucht das Städelmuseum in Frankfurt in der größten Schau in der Geschichte des Museums, „Making van Gogh: Geschichte einer deutschen Liebe“. 50 Gemälde des Post-Impressionisten sind dort untergebracht, ebenso wie 90 Gemälde von van Goghs Zeitgenossen und anderen Künstlern. Van Gogh gilt als das zeitlebens große verkannte Genie schlechthin – vielleicht wird die Ausstellung diesen Mythos dekonstruieren, schließlich will sie insbesondere die Rezeptionsgeschichte van Goghs in den Blick nehmen.

Von Geraldine Oetken / RND

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