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Kultur Banksys Schredderbild: „Banksys Fragen haben auch schon die alten Meister gestellt“
Nachrichten Kultur Banksys Schredderbild: „Banksys Fragen haben auch schon die alten Meister gestellt“
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15:09 04.02.2019
Das „Love is in the Bin“ hießt früher „Girl with Balloon“ und wird nach der Auktion bei Sotheby’s nun in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen sein. Quelle: Tristan Fewings/Getty Images for Sotheby's
Stuttgart

Es war spektakulär: Nachdem im Oktober 2018 ein Bild von Banksy für 1,2 Millionen Euro versteigert wurde, lief es durch einen Schredder. Nun lässt die anonyme Sammlerin das Bild im Burda-Museum Baden-Baden ausstellen und gibt es als Dauerleihgabe in die Staatsgalerie Stuttgart. Ein Gespräch über den Kunstmarkt mit der Stuttgarter Direktorin Christiane Lange.

Sie erhalten die legendäre halb geschredderte Banksy-Arbeit „Love Is in the Bin“ für die Staatsgalerie Stuttgart nach der spektakulären Auktion im vergangenen Oktober von der Sammlerin als Dauerleihgabe. Haben Sie es schon einmal in echt gesehen?

Nein. Wie die Mehrheit der Weltbevölkerung werde ich es zum ersten Mal im Original bei der Präsentation im Frieder-Burda-Museum in Baden-Baden am 5. Februar sehen. Ab dem 7. März ist es dann bei uns als Dauerleihgabe zu sehen.

Wie kam es dazu, dass das Bild nun bei Ihnen in der Sammlung ausgestellt wird?

Das ist ein absoluter Glücksfall. Ich kenne die Eigentümerin, die das Bild bei der Auktion ersteigert hat. Sie tritt öffentlich nicht als Eigentümerin in Erscheinung. Kurz nach der Auktion im Oktober kam ich mit ihr über das Bild zufällig ins Gespräch, und ich konnte ihr ein Angebot mit unserem Ausstellungskonzept machen. Dann lag die Planung etwas auf Eis. Jetzt hat das Ganze vor wenigen Wochen an Fahrt aufgenommen, und ich freue mich sehr, dass wir das Bild nun in Stuttgart zeigen können.

Mehr zum Thema: Banksy: Antikapitalismus für den Schredder

Welches Konzept haben Sie für das Bild in Stuttgart?

Bei uns ist ein sinnlich erlebbarer Dialog zwischen Banksy und den Meisterwerken der Kunstgeschichte geplant. Wir wollen das Werk in der Dauerausstellung wandern lassen, immer wieder in einem neuen Raum und Kontext zeigen. Banksys Fragen haben sich auch schon die alten Meister gestellt. Was bedeutet der Kunstmarkt für mich? Auch Dürer hat sich überlegt, wie ein Künstler zu einer Marke werden kann.

Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart Quelle: Staatsgalerie Stuttgart

Warum hat sich die Sammlerin entschieden, das Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen?

Zum einen denke ich, weil es sie reizt, das Werk in so einem Dialog zu sehen. Als privater Sammler lebt man mit seinen Bildern. Ein Museum aber kann die Chance geben, das Werk aus der eigenen Sammlung Hauptwerken aus der Kunstgeschichte gegenüberzustellen und zu erleben, wie die Kunst aus der Kunst kommt, wie die Stile voneinander abhängen und wie die Künstler auch Impulse der Vorgängergeneration aufnehmen.

Wie ordnen Sie die Arbeit ein?

Die Auktion war ein Mediencoup. Die Arbeit ist durch diesen Moment im Auktionssaal erst vollendet worden. Sie ist jetzt auch ein Aktionsrelikt von einer Performance.

Hätte sich die Staatsgalerie Stuttgart für 1,2 Millionen Euro „Love Is in the Bin“ – oder damals „Girl with Balloon“ – ersteigern können?

Wir kaufen natürlich Werke an, allerdings nicht auf Auktionen. Wenn wir Werke in dieser Größenordnung erwerben, brauchen wir Allianzen und damit eine sorgfältige Planung. So eine spontane Entscheidung für einen zeitgenössischen Künstler wie in einer Auktion wäre für ein Museum ein Ding der Unmöglichkeit.

Wird es für Museen zunehmend zu einem Problem, dass sie heutzutage so stark auf Dauerleihgaben angewiesen sind?

Die Idee von Dauerleihgaben ist so alt wie die Institution Museum, die ja ursprünglich aus fürstlichen Sammlungen entstanden ist.

„Love Is in the Bin“ steht mit seinem Mediencoup für den Eventcharakter der Kunstauktionen. Nun erfährt die Arbeit aber eine museale Aufbereitung. Was bedeutet das für Sie?

Es zeigt, dass das Museum der Ort für das kollektive Kunsterleben ist. Da kann jeder rein. Um das Werk von Banksy zu sehen, muss ich jetzt nicht der Millionär sein, der 1,2 Millionen Euro für die Kunst ausgeben kann. Im Museum ist ein Werk dem Kunstmarkt entzogen – und für jeden zugänglich. Hier kann sich ein Besucher an Dingen erfreuen, die sich sonst nur die ganz Reichen dieser Erde leisten können. Vor lauter Eventhype vergessen die Menschen Bilder in den Dauerausstellungen ihrer Museen. Dabei können sie dort über Jahre Kunst so erleben, als würde sie ihnen gehören.

Von Geraldine Oetken / RND

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