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Kultur Das Klassikjahr 2018: Von Rossini bis Bernstein
Nachrichten Kultur Das Klassikjahr 2018: Von Rossini bis Bernstein
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15:55 04.01.2018
Gioacchino Rossini starb am 13. November vor 150 Jahren. Quelle: Nina May
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Leipzig

Gleich im Dutzend stehen im Jahr 2018 die Musiker-Jubiläen an: Der 500. Todestag des franko-flämischen Meisters Pierre de la Rue am 10. November, der 300. Todestag des Frühbarock-Pioniers Giulio Caccini (11. Dezember) oder der 150. Todestag des Thomaskantors und Musikforschers Moritz Hauptmann (3. Januar) werden dabei (leider) ebenso regional oder auf Spezialisten begrenzt ihren Niederschlag im Musikleben finden wie der 150. Geburtstag des Spätromantikers Max von Schillings am 19. April, der 100. Geburtstag des Musiktheater-Könners Gottfried von Einem (20. Januar), der des Groß-Visionärs Bernd Alois Zimmermann (20. März), oder der 100. Todestag des Komponisten und Librettisten Arrigo Boito (10. Juni). Und der 350. Geburtstag François Couperins wird im Wesentlichen unsere französischen Nachbarn in Wallung versetzen.

Immerhin: Die Oper Köln weiß, was sie dem einstigen Kompositionsprofessor Zimmermann an der Kölner Musikhochschule schuldig ist, und bringt am 18. April eine Neuinszenierung seiner grandiosen Lenz-Oper „Die Soldaten“ heraus. Es dirigiert François-Xavier Roth, es inszeniert Carlus Padrissa von La fura dels baus – und dieses vieldimensionale Wunderwerk des Musiktheaters sollte unbedingt eine Reise wert sein. Alternativ gibt es „Die Soldaten“ auch in Nürnberg (Premiere: 17. März, Markus Bosch dirigiert, Peter Konwitschny inszeniert), und in Leipzig setzt Andris Nelsons im Zuge der Feierlichkeiten zu seiner Einführung ins Amte des Gewandhauskapellmeisters – auch dies ein Höhepunkt im Musikkalender des Jahres 2018 – am 1. und 2. März im Großen Concert Zimmermanns grandioses Trompetenkonzert „Nobody knows de trouble I see“ auf den Spielplan.

Der amerikanische Dirigent und Komponist Leonard Bernstein. Quelle: dpa

Boitos Hauptwerk „Mefistofele“ gibt’s, dirigiert von Omer Meir Wellber und inszeniert von Roland Schwab, ab 29. April wieder in der Staatsoper München, und im Theater Magdeburg feiert am 20. Januar Gottfried von Einems Oper „Dantons Tod“ Premiere (Kimbo Ishii/Karen Stone). Auch all dies lohnt unbedingt auch weitere Wege.

Die werden kaum nötig sein, um Werken der vier Haupt-Jubilare des kommenden Jahres zu begegnen: Charles Gounod, dessen 200. Geburtstag am 17. Juni ansteht, Gioacchino Rossini, der am 13. November vor 150 Jahren starb, Claude Debussy, dessen 100. Todestag am 20. März ansteht und Leonard Bernstein, der am 25. August 100 würde.

Gounods Faust-Oper „Margarethe“ ist relativ weit verbreitet in den Spielplänen der Republik. Einen herrlichen Exoten hat indes nur die Oper Leipzig im Spielplan: die Mantel-und-Degen-Oper „Cinq Mars – der Rebell des Königs“, (David Reiland / Anthony Pilavachi, Vorstellungen: 20. Januar, 11. Februar., 11 März). Auch Rossini ist ständig in vielen Spielplänen vertreten, zwar nur mit sehr wenigen seiner vielen Opern („Barbier“, „La Cenerentola“), das ist es fast schon), aber immerhin widmet ihm seine Heimatstadt Pesaro an der Adria ab 22. August wieder ein Festival mit unter anderem Aufführungen des Stabat Mater und einer Neuproduktion der Oper „Il Viaggio a Reims“, die steht ab 12. Juni auch in der Staatsoper Hannover wieder auf dem Spielplan (Dirigent: Gregor Bühl, Regie: Matthias Davids).

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Auch für die Musik Debussys wird man sich im Gedenkjahr nicht ins Auto oder den Zug setzen müssen. Seine Sinfonik, seine Kammer- und Klaviermusik sind ohnehin immer präsent, und die Komische Oper Berlin sowie die Staatsoper Wien haben neben zahlreichen anderen Häuser derzeit auch seine märchenhaft verschattete Oper „Pelléas et Mélisande“ auf dem Spielplan. Im Musikverein gibt’s ab 7. Mai zudem endlich wieder einmal eine Gelegenheit, das textlich ziemlich krude, aber musikalisch großartige D’Annunzio-Mysterienspiel „Le Martyre de Saint-Sebastien“ zu erleben, um nur einige der voraussichtlichen Höhepunkte des Debussy-Jahres zu nennen.

Der jüngste Großjubilar des Jahres 2018 prägt das Musikleben bis heute: Leonard Bernstein, der am 25. August 1918 geboren wurde, drückte dem 20. Jahrhundert im Konzert und auf Tonträgern seinen Stempel auf wie sonst nur Herbert von Karajan. Aber er war nicht nur ein Halbgott am Pult, sondern auch als Komponist einer der überaus produktiven Großen – auch abseits der allseits bekannten „West Side Story“, die gerade in der Staatsoper Hannover Premiere feierte und bis April noch achtmal gespielt wird. Auch das Staatstheater Kassel lockt mit einer Neuinszenierung des Musicals aller Musicals.

Die Breite dagegen bildet zum Beispiel das Theater Bremen mit einer Geburtstagsgala ab (17. Januar, 2. Februar, 2. und 23. März), in der Kammeroper Wien feiert am 22. März „A Quiet Place“ Premiere. In der Staatsoperette in Dresden steht ab 3. März wieder der hinreißende Operetten-Zwitter „Candide“ auf dem Spielplan.

Und noch ein Jahrestag: Am 14. Dezember 1918 wurde Giacomo Puccinis Opern-Tryptichon „Il Trittico“ uraufgeführt. Derzeit sind die drei Einakter Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi, die zusammen zum Besten gehören, was die italienische Oper im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, in der wunderbaren Regie Lotte de Beers in München im Programm.

Von Peter Korfmacher

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